Dienstag, 14.07.2026 00:33 Uhr

Erste Medaillen bei den Special Olympics

Verantwortlicher Autor: Ulrike Spitz Saarland, 22.06.2026, 22:40 Uhr
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Alexandra Smailovic
Alexandra Smailovic   Bild: © SOD/ Sarah Rauch

Saarland [ENA] Alexandra Smailovic strahlte eine große innere Freude aus, als sie für ihren Sieg über 100 Meter Roller Skating die Goldmedaille um den Hals gehängt bekam. Mit ihr freuten sich ihr Teamkollege von der Helen-Keller-Schuler in Ratingen, Leon Sangermann, über Silber.

Die drei waren die ersten Athlet*innen, die bei den Special Olympics Nationalen Spielen 2026 im Saarland Medaillen umgehängt bekommen haben, wenn auch einige Siege in anderen Sportarten zu diesem Zeitpunkt bereits feststanden. Entsprechend großartig war die Stimmung in der Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen. Bei den Siegerehrungen sowieso – bei Special Olympics Wettbewerben zählen sie stets zu den emotionalen Höhepunkten. Gerne fließt dabei auch mal ein Tränchen der Rührung, vor allem bei den Familienmitgliedern, aber auch bei den Trainer*innen, Betreuer*innen, wenn die Athlet*innen für ihren Einsatz und ihre Arbeit den verdienten Preis in Form von Medaillen, Platzierungs- oder Teilnehmerschleifen in Empfang nehmen dürfen.

Geehrt werden schließlich alle Teilnehmenden, das ist eines der Prinzipien bei Special Olympics Wettbewerben. Die Stimmung war schon vorher am Überkochen. Begeistert und lautstark feierten vor allem die Team-Kolleg*innen auf der Tribüne die Athlet*innen bei den Finalläufen über 100 und 500 Meter. Beim letzten Finale des Tages über 500 Meter wurde der Lärm ohrenbetäubend, als sich Niklas Bergrath (Speed Skating Club Köln) und Maximilian Zabel (Turbine Halle) ein spannendes Duell lieferten, das Bergrath knapp gewann. Am schönsten aber jubelte Timea Casper von der Rothenbergschule in Dirmingen im Saarland, als sie als Sechste des ersten Finallaufs über 100 Meter über die Ziellinie glitt.

Feiern durften auch Athlet*innen und Betreuer*innen der DJK Sportgemeinschaft im Franz-Sales-Haus aus Essen, die gleich zwei Goldmedaillen über 100 Meter mit nach Hause nehmen durften. Die erst 15-jährige Daria Übbing überquerte im vierten Finale als erste die Ziellinie, Edwin Mohammadi gelang dies im fünften Lauf. Die DJK hatte fünf Athlet*innen im Roller Skating am Start. Alle wohnen im Franz-Sales-Haus in Essen, besuchen die Förderschule für geistige Entwicklung und finden beste Bedingungen zum Sporttreiben vor. „Das ist aber leider schon eher eine Ausnahme“, sagt Lehrerin Dinah Machmüller, die mit Phillip Danner die Gruppe betreut.

Sie hat gleich, nachdem sie 2011 an die Schule kam, die AG Eislauf gegründet, die bis heute besteht und sehr aktiv ist. Jeden Donnerstagmorgen wird, integriert in den Schulbetrieb, eine Stunde in der Eishalle trainiert. Im Winter mit Schlittschuhen, im Sommer, wenn das Eis abgeräumt ist, mit Inline-Skatern. Die Athlet*innen starten deshalb auch bei den Spielen im Winter, zum Beispiel vor zwei Jahren im Shorttrack in Erfurt. Und im Sommer wird durchaus auch mal um den Baldeneysee geskatet. Und in vielen anderen Sportarten ist das Angebot ähnlich gut. Allerdings endet das für die Schüler*innen in der Regel abrupt, wenn sie die Schule verlassen.

Lisa-Marie Staude, die am Montag ihren 20. Geburtstag im Saarland genauso gefeiert hatte wie ihren vierten Platz im dritten Finale über 100 Meter, und Edwin Mohammadi werden in vier Wochen ihre Schulzeit beenden. Danach ist es eher vom Zufall abhängig, ob sie weiter Sport treiben können, wenn sie in einer Werkstatt arbeiten: Ob es ein Angebot gibt, ob es Menschen gibt, die in dieser Richtung engagiert sind, ob es einen Verein in der Nähe gibt, der inklusiv arbeitet. Bei der DJK funktioniert Inklusion anders als in anderen Vereinen. „Wir sind ein Verein für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen“, sagt Machmüller, „aber andere dürfen auch mitmachen. Und das funktioniert gut.“

So hat die DJK neben den Roller Skater*innen im Saarland auch noch viele Athlet*innen in anderen Sportarten am Start. Für das Roller Skating hatten sich aus der großen Gruppe in der AG sieben Athlet*innen qualifiziert, zwei mussten aus gesundheitlichen Gründen allerdings noch absagen. Die fünf aber hatten auf jeden Fall viel Spaß beim Auftakt zum Roller Skating. Sie werden auch noch über 300 Meter und im Staffellauf mitmachen. Und vermutlich alle zu Hause Gebliebenen motivieren, noch mehr zu trainieren, um vielleicht auch einmal bei Special Olympics Spielen eine Medaille umgehängt zu bekommen.

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