Dienstag, 10.02.2026 18:18 Uhr

ÖSG fokussiert auf neuropathische Schmerzen

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 29.01.2026, 23:01 Uhr
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Wien [ENA] Die österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) hat anlässlich der "Schmerzwochen" zu einer Pressekonferenz in Wien eingeladen und auf das Thema neuropathische Schmerzen aufmerksam gemacht. Im Fokus standen aktuelle medizinische Erkenntnisse, Versorgungsdefizite und notwendige gesundheitspolitische Schritte, denn Schätzungen zufolge leiden 7-10% der europäischen Bevölkerung an neuropathischen Schmerzen.

Problematisch dabei ist, dass diese Schmerzen im Alltag häufig mit klassischen Schmerzmedikamenten wie NSRA oder Paracetamol behandelt werden, die aber bei Neuropathie oft nicht wirksam sind, erklärte Waltraud Stromer, Vizepräsidentin der ÖSG. Ganz im Gegenteil, sie können sogar Nebenwirkungen wie Nierenschäden oder Blutungen auslösen. Auf der anderen Seite haben Ärzte in der Verabreichung bestimmten Antidepressiva oder Antikonvulsiva eine spürbare Schmerzlinderung bei Patient*innen beobachten können. Ausserdem gewinnt die aurikuläre Vargusnervstimulation (aVNS) in der modernen Schmerztherapie zunehmend an Bedeutung. Das beruht auch darauf, weil der Vargusnerv, der vom Hirnstamm bis zu Bauchraum reicht, wesentlich für die Entspannung ist.

Das macht sich wahrscheinlich die aurikuläreVagusnervstimulation zunutze, die mit einem schwachen Stromfluss am Ohr einen Ast des Nervs stimuliert und dabei verschiedene Erkrankungen wie chronische Rückenschmerzen oder Migräne positiv beeinflussen kann, denn wenn der Vargusnerv angeregt wird, schaltet der Körper angeblich in den Ruhemodus. Ein zentrales Thema der Pressekonferenz war auch die Schmerz-Versorgungssituation in Österreich. Deshalb forderte auch Rudolf Likar, Generalsekretär der ÖSG, dass jedes Bundesland zumindest ein spezialisiertes Schmerzzentrum mit Kassenfinanzierung hat und dass eine umfassende Fortbildung für Ärzt*innen garantiert wird.

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