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Kirchensteuer weg Kultursteuer her 21.04.2024

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Bundesweit, 20.04.2024, 22:15 Uhr
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So ein Gebäude muß ja auch finanziert werden
So ein Gebäude muß ja auch finanziert werden  Bild: 652234 / pixabay.de

Bundesweit [ENA] Wir wissen ja inzwischen, die Bundesregierung läßt sich in Sachen Steuer immer neue Wege und Möglichkeiten einfallen, Steuern zu erheben, die sie von möglichst vielen Bürgern erheben kann. GEZ läßt grüßen, die ja schon vor vielen Jahren in eine einfache Abgabesteuer umgewandelt wurde. Sage ich.

Denn heutzutage spielt es ja keine Rolle mehr, ob sie einen TV und/oder Radioempfang haben, jeder muß zahlen. So einfach ist das. Nächste Steueridee, die jetzt läuft: Steuern auf Gewinne bei privaten Online – Verkäufen. Was 30 Jahre lang völlig normal und ok war, ist plötzlich steuerpflichtig. Weil die Regierung nicht mehr weiß, wo sie Gelder herbekommen soll. Und Bürgergeldempfänger sind doppelt hart betroffen: Zum einen werden Gewinne über 100 Euro pro Monat mit dem Bürgergeld verrechnet, also einkassiert, dazu greift das Finanzamt zu bei Gewinnen über 600 Euro im Jahr. So einfach geht das in Deutschland, neue Steuerpflichten und Abgaben zu erfinden und durchzusetzen.

Ich brauche immer eine schöne Einführung ins Thema, jetzt aber zur Kirchensteuer. Ganz normal ist es erst einmal, diese zu bezahlen und vom Gehalt abgezogen zu bekommen, wenn man der Kirche beigetreten ist. Die Zahlung vom zu versteuernden Einkommen liegt zwischen 8 und 9 % (Bayern und Baden-Württemberg haben 8 %, keiner weiß warum). Die Zahl der Kirchenaustritte kurz nach 1990 kurz auf einen Höhepunkt von über 500.000 angestiegen, dann wieder bis 2006 abgeflacht, seitdem hat sich die Kurve wieder gesteigert bis zu Höchstwerten, die inzwischen bei knapp 1 Million liegen. Während 1990 rund 58 Millionen Bürger einer Kirche angehörten, waren es 2023 noch rund 40.1 Millionen Bürger.

Das zeigt insbesondere für die Kirchen die Dramatik von Geldverlusten, auch wenn diese teilweise über beträchtliche Vermögen verfügen. Auch die Kirchen sehen das mit Besorgnis, und schon kommt in diesem Falle der katholischen Kirche eine Idee: Kirchensteuer abschaffen. Yippi, würden sie jetzt vielleicht sagen, aber halt, das glauben sie doch jetzt nicht wirklich ? Ist es auch nicht, sondern die Idee geht anders: Das Bischöffliche Ordinariat Mainz, Leitung Kirchenrecht, hat da eine ganz tolle Idee: Eine Kultursteuer muß her. Das tolle daran: Die muß dann wieder jeder als Staatssteuer zahlen, weil es ja keine Kirchensteuer mehr ist.

Dann brauche ja auch keiner mehr austreten, und die Glaubenskrisen wegen des Fehlens von Empfangs von Sakramenten, was viele beschäftigt, sei dann auch passe. Ausserdem würde diese Praxis ja schon in einigen EU Ländern praktiziert. Klar, weil dann auch Personen, die gerade wegen der Kosten, die sich im Jahr aufsummieren, die Kirche verlassen haben. Denn die Kirche wegen den Kosten verlassen heisst ja nicht, die Kirche nicht mehr besuchen zu dürfen. Und so ganz nebenbei wollte mir persönlich tatsächlich jemand ein schlechtes Gewissen einreden von wegen was dann alles für mich wegfallen würde. Doch meine Antwort hat ihn hart getroffen:

Gott macht es jedenfalls nicht davon abhängig, ob er mir gut oder schlecht gesonnen ist, weil ich die Kirchensteuer bezahle oder nicht. Wer will dagegen schon was sagen ? Aber eine Antwort blieb die kirchliche Vertretung dann doch schuldig: Ist sie dann auch damit einverstanden, das die derzeitige Beitragshöhe von 8 bzw. 9 % auf 1 % bei der Kultursteuer runtergeht, so wie im europäischen Durchschnitt ? Ich glaube das wollen die nicht. Klar. Im übrigen grassiert das Thema schon länger, auch Bodo Ramelow wollte das schonmal haben, aber zum Glück ist noch keiner darauf eingestiegen.

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