Montag, 15.12.2025 02:42 Uhr

Jane Goodall und die unglückliche Primatenforschung

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 24.11.2025, 17:15 Uhr
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Wien [ENA] Der Tod der britischen Primatenforscherin Jane Goodall im Oktober 2025 hat weltweit große Anteilnahme ausgelöst. Wurde sie doch für ihre Forschung seit den 1960er Jahren und ihr Engagement für das Überleben von Primaten mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. Jane Goodall ist als Verhaltensforscherin auch deshalb interessant, weil sie damit noch einmal das Thema Evolution des Menschen aufgegriffen hat.

Ein Thema, das der britische Naturforscher Charles Darwin im 19.Jahrhundert mit einer Donnerkeule in die Welt geschleudert hat und dessen Impakt zwar Aufsehen, wenn nicht Angst hervorgerufen hat, aber nichtsdestotrotz vermodert diese bahnbrechende Erkenntnis in einer rigiden Wissenschaftssprache in den Bibliotheken und Universitäten. Vielleicht deshalb hat dieses revolutionäre Wissen zu keinem Verständnis und Schonung der Primaten geführt und das Interesse an unseren sogenannten Vorfahren beschränkt sich eher auf eine schonungslose Ausbeutung für grausame Experimente jeglicher Art. Inwiefern die Verhaltensforschung überhaupt und auch an Primaten in freier Wildbahn unangemessen ist, bleibt zu überlegen.

Auch wenn Jane Goodall in ihren Feldforschungen in den 1960er Jahre den beobachteten Wilden Schimpansen im Gombe-Stream-Reservat in Afrika Namen anstatt Nummern gab oder wenn sie angeblich herausfand, dass Schimpansen Werkzeuge herstellen, Emotionen haben und in komplexen Sozialstrukturen leben, so vermitteln solche und ähnliche Formulierungen eine gewisse Herabwürdigung des Lebens, dass sich nämlich immer nur Vollbesitz seiner Lebensfähigkeit manifestieren muss. Nichtsdestotrotz war Jane Goodall eine unermüdliche Aktivistin für den Tier- und Naturschutz mit ihrem Institut, inspirierte zahlreiche Menschen mit ihren Büchern und gründete im Jahr 2000 eine Organisation für eine mögliche Mensch - Tier - Ethik.

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