Ausbau der institutionellen Psychotherapie
Wien [ENA] Im September 2026 ist die österreichische, bundesweit tätige Arbeitsgemeinschaft "Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit" in einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit getreten um auf die langen Wartelisten, die unzureichenden Rahmenbedingungen und die Gesundheitspolitik der Gesundheitskasse aufmerksam zu machen, die angeblich noch immer nicht bereit ist mehr kostenlose Psychotherapie zu finanzieren.
Anscheinend will man mehr Patient*innen Zugang zu einem teilnehmenden analytischen Gespräch bieten, einer sprachlichen Zuwendung, die viele gar nicht kennen und können. Angeblich liegt darin der "Zauber" der Psychotherapie, der im Klienten etwas auslöst, das zur Beruhigung eines meistens aufgeregten, wenn nicht gefährlichen psychischen Zustandes führen soll. Ob das "Hineingraben" in frühkindliche, unbewusste sexuelle Prägungen wirklich für das Individuum erleichternd und stabilisierend ist, insbesondere wenn der Alltag mit seinen vielen Anforderungen als ungelöstes Problem bestehen bleibt, ist wenigstens problematisch. Natürlich wäre es vorteilhaft und wünschenswert, wenn vermehrt institutionelle analytische Gesprächsangebote existieren.
Sie können im Krisenfall unterstützend wirken, sind aber wegen ihrer hohen Kosten auch eine große Herausforderung für die Gesundheitskasse, wobei aber ihre mögliche präventive Wirkung vielleicht sogar höhere Kosten vermeidet, wie gerne argumentiert wird. Da so ziemlich jeder Mensch, allein aus seiner prekären menschlichen und gesellschaftlichen Disposition heraus, Bedürfnis nach Zuwendung zeigt, hat sich Psychoanalyse teilweise auch als "Modeerscheinung" etabliert, die sich Reiche und Berühmte gerne genehmigen um im Psychoanalytiker einen professionellen Lebensberater, Beraterin an ihrer Seite zu haben. Nun, was die Reichen haben, sollen in der österreichischen Gesellschaft, die auf Inklusion pocht, auch die weniger Reichen haben.




















































