Assistierter Suizid als Alternative für unheilbar Kranke
Wien [ENA] Der österreichische Lehrer, Schriftsteller und Journalist Nikolaus Glattauer hat im Alter von 66 Jahren am 4. September 2025 wegen eines unheilbaren Gallengangkrebses freiwillig den Tod gewählt. In einem Gespräch mit Journalisten der Zeitschrift Falter vor seinem assistierten Suizid, machte er die zunehmend unerträglichen Schmerzen und die Hoffnungslosigkeit seiner Krankheit für seine Entscheidung verantwortlich.
Niki Glattauer war kein Unbekannter in der Öffentlichkeit. Seine Kolumnen und Artikel in verschiedenen Zeitungen und seine Bücher über das Schulsystem waren beliebt und oft auf der Bestsellerliste. Dieses Thema kannte er gut, weil er Jahre als Lehrer und Schuldirektor gearbeitet hatte. Sein Bruder Daniel Glattauer hat den letzten Abend vor dem begleiteten Suizid seines Bruders mit den folgenden bewegenden Worten beschrieben: "Wir haben im Kreis der Familie einen schönen letzten Abend miteinander verbracht. Wir haben Karten gespielt, gegessen, getrunken, gelacht und geweint." Natürlich hat dieser besondere Suizid, der quasi im Rampenlicht der Öffentlichkeit stattfand, auch kritische Stimmen zum Thema Medienethik hervorgerufen.
Die Philosophin und Medienethikerin Claudia Paganini sieht in der medialen Aufbereitung des assistierten Suizids von Nikolaus Glattauer die Gefahr Kranke und Sterbende in gesellschaftliche Zwecklogiken hineinzuziehen oder voyeuristische Bedürfnisse der Medien zu bedienen. Auch der österreichische Presserat sprach von der Gefahr der Nachahmung potentiell gefährdeter Personen und Bischof Glettler machte auf die gute Hospiz-und Palliativversorgung in Österreich aufmerksam, in der Menschen in würdevoller Weise ihr Leben zu Ende führen können. Trotz vieler kritischer Stimmen ist die mutige Berichterstattung des Falters zum Thema freiwilliger Tod ein Lichtblick und eine wichtige Alternative in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensende.




















































