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Mueller-Stahl-Schau in Rüsselsheim ein Wachrüttler

Verantwortlicher Autor: Ekkehart Nupnau Ruesselsheim, 17.10.2026, 12:52 Uhr
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Ruesselsheim [ENA] Die Ausstellung von Armin Mueller-Stahl " Nacht und Tag auf der Erde" in den Opelvillen Rüsselsheim ist großartig.In über 100 Bildern weckt sie Emotionen, Erinnerungen und Mahnungen. Donald Trump wird abgestraft, Michael Gorbatschow dagegen geehrt. Haltung zeigen gegen Antisemitismus ist die Botschaft. Dazu passt, dass Mueller-Stahl für diese Ausstellung ein Portrait der jüdischen Malerin Olga Oppenheimer gemalt hat.

Die Ausstellung in den Opelvillen ist die letzte Station einer 3-er Reise. Auftakt der Ausstellungsserie war die Kunsthalle Emden. Es folgte die Präsentation beim Museum Schloss Moyland und jetzt das Finale bei den Opelvillen in Ruesselsheim. Die Kuratorinnen Dr. Beate Kemfert und Antje Britt Mählmann haben eine tolle Ausstellung zusammengestellt und spannend gehängt.Bei der Sensibilität der Mueller-Stahl Bilder ist ihnen dieser Spagat gelungen. Armin Mueller-Stahl ist einer der bedeutendsten Mahner unserer Zeit. Die veränderte politische Landschaft wühlt ihn auf. Vor seinem 95. Geburtstag dachte er öffentlich darüber nach, Deutschland zu verlassen. Er erinnert, dass man ihn einst in Amerika wundervoll aufgenommen hatte.

Er sagt es deutlich. Die meisten Menschen, die seine Stellschrauben geprägt hätten, seien Juden gewesen. Das "Trump-Amerika" ist sicher nicht seine Welt. Deswegen bekommt der unberechenbare Machtmensch aus dem Weißen Haus wortgewaltige Prügel auf bunten Farbfeldern. Mueller - Stahl widmete ihm den Text seines Gedichtes " Der Chef" aus dem Jahr 1964 auf der Bildfläche. "Donald T.- dieser Mann stammt aus der Nullserie der Menschheit. Er ist so kaputt, dass es sich nicht lohnt ihn zu reparieren." Das Bild mit dem Text malte er 2017. Kuratorin Mählmann ist schockiert,dass er es vor fast zehn Jahren gemalt hat, aber aktuell alles viel schlimmer geworden sei. Kontrapunkt das Portrait von Gorbatschow. "Danke für Alles" handschriftlich. Wie wahr.

Bei der Ausstellung auf Schloss Moyland erzählte Mählmann Mueller-Stahl die dramatische Geschichte der jüdischen Künstlerin Olga Oppenheimer. Kaum ein Werk von ihr wurde gerettet, sie wurde Opfer der Naziherrschaft. Mueller-Stahl besorgte sich ein Foto. Dann der Anruf: "Ihr Bild ist fertig." Jetzt hängt es an exponierter Stelle. Wer die Geschichte kennt - ein Wachrüttler. Wie auch das Werk "Erschossen in Teheran" aus dem Jahr 2009. Brutal- schaurig - furchtbar - Mahnung! Ebenso das farbenfrohe 2 x 3 Meter mächtige Bild " Allegro furioso". Darin hat Mueller - Stahl 2017 Anschläge aufgelistet, die die Welt erschüttert haben. Orlando, Boston, München und viele andere. Eien Aufzählung von Greueltaten unabhängig jeglicher politischer Richtung.

Die Ausstellung zeigt schwerpunktmäßig das politische Werk des Multitalents, der so viele politische Systeme erlebt hat. Sowohl als DDR - Filmschauspieler, wie auch später im Westen wurde er für den Oscar nominiert. Er war weit über 60 Jahre,als er nach Amerika ging. Englischkenntnisse null. Grandios wie er zum Hollywoodstar wurde. Bis heute reflektiert Mueller- Stahl mit Zeichenstift und Pinsel Krieg, Diktatur, gesellschaftliche Umbrüche und Missstände. Da staunt der Betrachter doch, dass sich Mueller-Stahl, der bisher kaum als Sportfan in Erscheinung getreten ist, sich dem Thema Fußball widmet. Bei aller nationalen Euphorie stellte er vor Jahren die Frage " und was wird aus der FIFA" ? Sehr weitsichtig.

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