„Impressionen der Nabis“ in der BnF in Paris
Paris [ENA] Der Standort Richelieu der französischen Nationalbibliothek befindet sich im ehemaligen Palast von Mazarin (1602 – 1661). Heute ist das Gebäude Teil der Bibliothèque nationale France (BnF), die mehrere Standorte hat. In der ersten Etage ist das Museum der Bibliothèque.
Insgesamt werden in dem Museum Richelieu über 900 Ausstellungsstücke auf 1200 m² gezeigt. Darunter alte Bücher, Schmuckstücke, Geldstücke und Medaillen, alte Karten und Globen, Drucke und Plakate, Kleider und Fotographien. Zurzeit ist die Sonderausstellung "Impressionen der Nabis. Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Maurice Denis and Félix Vallotton" zu sehen. Die Nabis waren eine künstlerische Bewegung von 1890 bis 1900. In den zehn Jahren spezialisierte sich die Künstlergruppe auf die Herstellung von grafischen Werken. Fast 200 Drucke werden in der Ausstellung gezeigt. Die Grundlage der postimpressionistischen Drucke und Plakate sind die Farblithografie und der Holzschnitt.
Die Nabis betrachteten den Druck als ein für die breite Masse erschwinglichen Kunst- und Dekorationsgegenstand. Die Kunstwerke konnten in den Alltag integriert werden. Die Drucke wurden auch als Werbemittel verwendet. Wie Pierre Bonnard sagte: „Unsere Generation hat immer nach Beziehungen zwischen der Kunst und dem Leben gesucht. Zu dieser Zeit hatte ich persönlich die Idee einer Produktion für das Volk und für den täglichen Gebrauch: Gravuren, Fächer, Möbel, Paravents.“ Die Künstler Maurice Denis, Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Ker-Xavier Roussel haben die Farblithografie angewendet, während Félix Vallotton und Aristide Maillol die Holzschnitte bevorzugten.
Dank dieser Druckverfahren schufen sie künstlerische Drucke in Einzelblättern, Alben, Plakate, Bilder für Zeitschriften und dekorative Kunstgegenstände für den Alltagsgebrauch. Sie gaben sich den Spitznamen „Nabis”, was die Propheten auf Hebräisch bedeutet. Damit verliehen sie sich den Anspruch, die Kunst ihrer Zeit erneuern zu wollen. Zur Lithografie: das zu druckendes Motiv wird seitenverkehrt mit Fettkreide direkt auf eine geschliffene Steinplatte gezeichnet. Danach wird die fette Druckfarbe aufgetragen. Die Farbe haftet nur auf dem Fett der Zeichnung. Die Lithografien, die direkt vom Originalstein gedruckt wurden, werden als Original-Lithografie nummeriert, signiert und zum Kauf angeboten.
Zum Beispiel hat der Künstler Ambroise Vollard, die Einzelblätter Serie „Paysages et intérieurs“ auf Hundert Exemplare begrenzt. Die Ausstellung wurde nun verlängert und ist bis zum 8. März 2026 am Standort Richelieu der BnF zu sehen. https://www.bnf.fr/fr/




















































