Montag, 20.05.2024 13:52 Uhr

Hass: Die dunkle Seite der Leidenschaft

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 11.02.2024, 08:20 Uhr
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Wien [ENA] Das Buch des österreichischen Psychiaters, Autors und Sachverständigen für forensische Medizin Reinhard Haller "Die dunkle Leidenschaft- Wie Hass entsteht und was er mit uns macht" ist nicht unbedingt für schwache Nerven. Zu erbarmungslos und akribisch seziert Haller die dunklen Seiten des Menschen und verfängt sich, trotz aller wissenschaftlichen Vernunft, im Spinnennetz einer menschengerechten Gut - Böse - Ethik.

Aber es ist die Enge und Kompliziertheit dieses Dualismus, der immer wieder durch Hass durchbrochen wird um den "paradiesischen" Zustand ohne Gut und Böse aufzurufen und die moralischen Kategorien, streng überwacht von Kirche, Gesellschaft oder Gesetz, als rein menschliches Konstrukt zu entlarven, das in der moralvergessnen Unschuld der Natur keine Entsprechung hat. Und so muss sich immer wieder die entsetzliche Fratze des Hasses und der Grausamkeit zeigen, die Haller so detailreich beschrieben hat. Wie Rache und Hass zusammenspielen oder Angst und Ohnmacht als Quelle des Hasses funktionieren. Ist Hass eine Sünde oder psychische Störung fragt er und sieht in der Enttäuschung und Kränkung die Wurzeln von Hass und Selbsthass.

Aber auch Neid, Eifersucht, Gier, Angst, Ohnmacht, Zorn, Wut, Verachtung oder Ekel können in destruktiver Aggression ausarten und jedes Gefühl von Empathie verschütten. Nach Haller gibt es regelrechte Hasspersönlichkeiten, wie die Paranoiden, Querulanten, Fanatiker oder Narzissten und die Hassliebe findet sich immer wieder auch in Beziehungen. Hassmotivierte Verbrechen wie Amok, Massaker oder Terror erschüttern immer wieder die Öffentlichkeit und Hass im Netz ist zunehmend Teil des Internets. Über Hassgefühle zu sprechen hilft sie loszulassen und zu verzeihen und in der Aufklärung, Wertschätzung, Empathie und Überwindung des gesellschaftlichen Narzissmus sieht Reinhard Haller wichtige Schritte gegen ein allgemeines Klima des Hasses.

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