Montag, 19.04.2021 07:27 Uhr

Umstrittene Six-Personal-Chefin: Auf und davon

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 11.01.2021, 21:08 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 4825x gelesen

Zürich [ENA] Susanne Berger ist nach nur 2 Jahren Geschichte beim Börsen-Riesen. Ihre HR-Abteilung war in kürzester Zeit zerfallen. Die Managerin wirkt auf Bildern dynamisch. Kurzer blonder Haarschnitt, offene Bluse mit hochgestülptem Kragen, wehender Blazer. Ihr Name: Susanne Berger. Ihr Programm: im HR der Börsenfirma Six durchgreifen. Nun hat die Firma auch so gehandelt. Man trennte sich. Nach nur 2 Jahren ist Berger weg.

Einige dürften aufatmen. Im HR, also Human Ressources oder altmodisch Personalabteilung, blieb unter Berger kein Stein auf dem anderen. Unzählige mussten gehen, darunter viele Gestandene mit langem Werdegang bei der Six. Berger hatte vom CEO ein Spezial-Mandat. Misch den Laden auf. Offenbar war Jos Dijsselhof, wie der damals ebenfalls noch taufrische Chef heisst, der Meinung, dass das HR der Six ein Altherren- respektive -Frauenclub sei. Unter dieser Prämisse war Berger Ende 2018 zur Six gestossen. Sie packte an und zeigte sich wenig zimperlich. Weg, aus, vorbei – so die Methode Berger. Die Deutsche sah sich als Umbauerin, als Aufräumerin, als Modernisiererin, zuständig dafür, dass frischer Wind in die verstaubte Hütte käme.

Im HR der Six nahm manch einer die Chefin anders wahr. So beklagten sich mehrere Kritiker über empfundene Willkür, bei der bleiben könne, wer der neuen Befehlshaberin passe; dem Rest bliebe die Kündigung. Von den rund 40 alten Mitarbeitern gingen rund 10 von Bord, also ein Viertel der Crew. Das war der Stand im Frühling 2019, nach dem ersten halben Jahr in der Ära Berger. Seither könnten weitere HR-Mitarbeiter „geflohen“ oder „gegangen“ worden sein. CEO Dijsselhof liess lange nichts von sich hören. Die von ihm gekürte Personalchefin konnte unter dem Holländer nach Gutdünken schalten und walten. Nun endet die Kür mit einem Knall. Eine andere Frau übernimmt, Hanna Zaunmüller, wie die Six letzte Woche bekannt gab.

Die hatte in Holland studiert und machte ihren Weg bei der Deutschen und der Schweizer Post. Ab 2017 war die Schweiz-Deutschland-Doppelbürgerin oberste HR-Frau beim Verlagshaus Ringier mit Personal in fast 20 Ländern. Am Ende war wohl Dijsselhof selbst unter Druck geraten. Er musste reagieren. Die Trennung erfolgt laut der Six in Minne, nachdem sich Frau Berger entschlossen hat, sich im Bereich der HR-Beratung selbstständig zu machen“. Vom Chef, der die Scheidende an allen internen und externen Kandidaten vorbei ins Amt gehievt hatte, gabs wohlwollende Worte. Er möchte Berger „herzlich für Ihren grossen Einsatz danken und wünsche Ihr für Ihre berufliche wie private Zukunft alles Gute“, so Dijsselhof im Communiqué der Börse.

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