Montag, 19.04.2021 07:34 Uhr

UBS-Pleite mit Fake-Rechnung zieht Kreise

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 13.01.2021, 17:55 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 6079x gelesen

Zürich [ENA] Bank erklärt sich im Ebanking, nachdem sie Kunden mit QR-Beispiel verwirrte. Gleiche Kunden sollen Negativzins zahlen. Die UBS hat mit ihren Millionen von Konto-Dokumenten zum Jahresabschluss einen regelrechten Bock geschossen. Sie verschickte eine Fake-Rechnung eines Gartenbauers als Beispiel für den neuen QR-Code. Unzählige Kunden nahmen die Rechnung für bare Münze. Sie bestürmten ihre Berater, was das soll,

wofür die knapp 4’000 Franken seien. Nun hat die Bank die Notbremse gezogen. Auf der Anmeldeseite ihres Ebankings schreibt sie von einer „Illustration“. „Es handelt sich nicht um eine reale Rechnung.“ Der Schritt zur Eindämmung des Schadens zeigt das Ausmass. Die Fake-Rechnung ging nicht an einen „Max Muster“ oder eine „Nina Beispiel“, sondern an eine „Pia Rutschmann“. Vor allem deshalb glaubte eine grosse Anzahl von UBS-Kunden, dass sie eine real existierende Rechnung in den Händen halten, die entweder irrtümlich bei ihnen gelandet sei oder dann effektiv zu zahlen wäre. Bei der Jahresend-Abwicklung geht es sich um die grösste operationelle Übung der Banken. Die UBS als führendes Institut der Schweiz weiss um die Bedeutung dieses Vorgangs.

Trotzdem unterlief ihr der peinliche Fehler. Nun will die gleiche Bank von ihren Inlandkunden Minuszinsen einfordern, wie die NZZ heute berichtet. Statt erst bei Kunden mit 2 Millionen oder mehr auf dem Konto soll Cash bei der UBS neu bereits ab einer Viertel Million etwas kosten. Die Bank begründet dies damit, dass die Zinsen noch lange tief bleiben würden. Die Zeche dafür sollen die Kunden zahlen. Ab 250’000 Franken auf dem Konto ist man betroffen; ausser man hat eine Hypothek bei der Grossbank oder investiert sein Geld in deren Finanzprodukte. Mit beidem verdient die UBS ihr Geld. Cash hingegen kostet. Statt gratis wird das nun kostenpflichtig. Was bietet die Bank im Gegenzug – ausser Flops wie zum Jahreswechsel?

Das Ebanking läuft, Apple Pay ist neuerdings auch für UBS-Kunden nutzbar, bei den Hypotheken zählt die Nummer 1 derzeit zu den Preisbrechern. Gut, aber nicht genügend. Kunden haben mit Handy-Banken wie Revolut und Trading-Plattformen wie Swissquote Alternativen, fürs Zahlen gibts Paypal. Und die günstigsten Hypotheken gibts bei den Versicherungen und Pensionskassen. Deshalb das Schröpfen mittels Negativzinsen. Easy money.

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