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Teure umweltschädliche Erdgasgewinnung durch Fracking

Verantwortlicher Autor: Jochen Behr Berlin, 23.02.2022, 17:34 Uhr
Kommentar: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 7966x gelesen
Illustration of hydraulic fracturing and related activities
Illustration of hydraulic fracturing and related activities  Bild: US Environmental Protection Agency, Office of Research and Development, Washington, DC

Berlin [ENA] Die deutsche Bundesregierung hat keine klare Position gegen Erdgasgewinnung durch Fracking oder ähnliche umweltgefährdende Verfahren und den Import von Gas aus solchen Quellen. Da wollen diese "grün" sein und ersetzen günstiges Gas aus Russland durch weitaus umweltschädlicheres Fracking Gas!

Noch dazu ist es um ein Vielfaches teurer und der ganze Transport zu uns ist zusätzlich zur Gewinnung mit erheblicher Umweltverschmutzung verbunden. Fracking Gas aus den USA reicht auch nicht aus um den Bedarf in Deutschland zu decken, nachdem wir aus grünen Ideologiegründen lieber CO2 neutrale Atomkraftwerke abschalten und keine adäquaten erneuerbaren Energiequellen dafür haben, die weder den Bedarf an Strom ausgleichen noch den Mehrbedarf an Strom in der Zukunft abdecken werden. Den Haushalten in Deutschland wird zwangsläufig der Gashahn zugedreht durch die irrationale politische Haltung der Bundesregierung gegenüber Putin zur Wahrung europäischer Interessen, aber nicht der Wahrung der Interessen der Menschen in Deutschland.

Ergo wird es kalt in deutschen Haushalten, die mit Gas heizen und auch der Sprit schießt immens in die Höhe ohne das Öl aus Russland und auch der Weizenpreis steigt immens da Russland einer der globalen Lieferanten auf dem Markt ist. China steht schon bereit das abzunehmen, was Deutschland nicht mehr aus ideologischen Gründen abnehmen möchte und wer ist letztendlich der Dumme? Wiedermal der Deutsche, der mit dem Konflikt Russland-Ukraine null komma null was zu tun hat aber sich von der USA vor den Karren spannen lässt, das ging in der Vergangenheit auch schonmal schief, wir Deutschen lernen nicht aus Fehlern der Vergangenheit.

Auch wenn Politiker des Transatlantikbündnis immer wieder betonen, die Versorgung mit Erdgas sei gesichert in Deutschland ist das leider Fake, wie ich Ihnen hier beweisen kann: Der Gaspreis explodierte in den letzten Monaten aufgrund der Spannungen zwischen der Ukraine und Russland, so kostete 1 Megawatt Stunde Strom im November 2021 bereits 94,05 Euro, während im November 2020 also 1 Jahr zuvor dies noch 14,18 Euro betrug, das entspricht einer Steigerung von 563 Prozent. Der Import von Flüssiggas aus den USA durch Fracking (LNG) stieg an, so war im Januar 2022 die importierte Menge 7,15 Mio. Tonnen LNG mit 106 Schiffen, die allesamt mit umweltschädlichem Schweröl über den Atlantik schippern, ja so sieht grüner Umweltschutz aus!

Im Mai 2021 lag die Importmenge noch bei 6,51 Mio. Tonnen. Europa nimmt ca. 50% der Exportmenge der USA an Fracking Gas ab. Die Schiffe können in Deutschland gar nicht anlegen, da das Gas erstmal von Schiffen abgepumpt werden muss, dafür sind deutsche Häfen nicht ausgelegt. Beim Fracking werden unter hohem Druck Millionen von Litern mit Chemikalien versetzten Wassers in den Untergrund verpresst. Dieser Vorgang erzeugt Risse im Gestein, so dass darin eingeschlossene Kohlenwasserstoffe wie Erdöl und Erdgas herausgelöst und zu Tage gefördert werden können.

Zu den direkten Auswirkungen des Frackings zählen neben unvorhersehbaren schädlichen Bodenveränderungen auch Erdbebengefahren, Grund- und Trinkwasserkontamination sowie erhebliche Methan- und Kohlenwasserstoffemissionen in die Erdatmosphäre. Weitere Umweltbelastungen erfolgen durch den Transport per LNG-Tankschiff über tausende Kilometer. Wo bekommt Deutschland nun in der Zukunft 85 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr her?

Bisher kommen 2/3 aus Russland, die dann ersetzt werden müssen. Um diese Menge nach Deutschland zu importieren benötigt man ca. 950 Gastanker, die dann zwischen den USA und Europa hin und her schippern. Jeder Gastanker verbraucht für 1 Atlantiküberquerung voll beladen 2,5 Millionen Liter Schweröl, das sehr umweltschädlich ist. 2,5 Milliarden Liter Schweröl werden so pro Jahr für 1 Atlantiküberquerung verbraucht, die Rückreise unbeladen noch nicht einkalkuliert. Ca. 14 Tage dauert so eine Überfahrt, also 1 x hin und zurück in etwa 1 Monat. Somit kann 1 Gastanker im Jahr maximal 12 x voll beladen nach Europa schippern.

260.000 US Dollar kostet 1 Tag für so einen Gastanker. Also ca. 3 Millionen US Dollar pro Fahrt. Benötigt werden 1000 Gastanker im Jahr um die benötigte Menge für Deutschland zu importieren, also bei maximal 12 Fahrten pro Jahr für 1 Gastanker werden alleine für Deutschland dann über 80 Gastanker benötigt, die parallel von den USA nach Europa nur für Deutschland schippern, 24h täglich, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr. Kostenpunkt über 3 Milliarden Euro nur für die Fahrt von den USA nach Europa. Auch an Kosten zu berücksichtigen muss man die Umwandlung von Fracking Gas in Flüssiggas für den Transport in den großen Gastankern und danach deren Rückwandlung wieder in gasförmigem Zustand.

Die 2-malige Umwandlung ist mit Energieverbrauch verbunden, in etwa 20% der Energie werden hierfür benötigt, also die gelieferte Energiemenge wird dadurch rein rechnerisch auf 80% reduziert, ist aber real natürlich noch vorhanden. Rotterdam als Hafen für Flüssiggas Tanker ist der derzeit nächstgelegene Hafen, von dort muss das Gas dann wieder erst weiter in Richtung Deutschland zu den großen Gastanks transportiert werden. Sie sehen also, umständlicher geht das fast nicht mehr und die fertige günstige Lösung in Form von North Stream 1 und 2 liegt betriebsbereit vor unserer Haustüre, verrückt diese grüne Ideologie und Anti-Russland-Politik! Den Haushalten in Deutschland stehen harte teure und kalte Zeiten bevor dank der Bundesregierung.

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