Dienstag, 20.04.2021 22:20 Uhr

Khan redet Greensill-Mitverantwortung klein

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 30.03.2021, 08:29 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 3181x gelesen

Zürich [ENA] In „Bilanz“ gibt Ex-CS-Spitzenmann und heutiger UBS-Bigshot Subalternen die Schuld. Doch unter Khan schossen Fonds hoch. Iqbal Khan versucht mit ganzer Kraft, nicht in den Strudel um die gecrashten Greensill-Fonds zu geraten. Diese könnten zu weiterem Köpferollen bei der CS führen.Beim Multi war Khan verantwortlicher Leiter für die Division Internationale Vermögensverwaltung, als Lex Greensill, sein enger Berater

Zürich [ENA] In „Bilanz“ gibt Ex-CS-Spitzenmann und heutiger UBS-Bigshot Subalternen die Schuld. Doch unter Khan schossen Fonds hoch. Iqbal Khan versucht mit ganzer Kraft, nicht in den Strudel um die gecrashten Greensill-Fonds zu geraten. Diese könnten zu weiterem Köpferollen bei der CS führen.Beim Multi war Khan verantwortlicher Leiter für die Division Internationale Vermögensverwaltung, als Lex Greensill, sein enger Berater

David Solo und CS-Assetmanagement-Spitzenmann Michel Degen 2017 miteinander ins Geschäft kamen. Die Drei planten die Vorfinanzierung von Debitoren durch Investoren, die ihr Geld in neue Supply-Chain-Fonds bei der CS legen würden; eine sichere Anlage, und erst noch mit stabilen Renditen, auf jeden Fall zehn Mal besser als Minuszins für Reiche. Khan musste als Oberchef Ja sagen zu den Fonds. Nun aber meinen er respektive seine Helfer in der „Bilanz“, dass „die Dossiers bei der Lancierung nicht auf seinem Pult gelandet seien, der Produktbewilligungsprozess auf unterer Stufe sei damit betraut gewesen“. Laut einem Insider kann diese Version nicht zutreffen. „Die Greensill-Fonds waren komplett neuartig, so eine Lancierung musste zwingend von Khan

abgesegnet werden.“ Khan spielt seine Rolle herunter. Aus seinem Umfeld ist zu vernehmen, dass er einer von vielen gewesen sei, die der Produkt-Lancierung ihren Segen hätten erteilen müssen. Keine Schlüsselfunktion, so diese Darstellung. Das würde überraschen. Ein komplett neues Produkt, welches danach den reichen Privatkunden in Khans Division wärmstens empfohlen wurde und mittels Mandaten in deren Depots landete, sollte vom „Boss“ genau unter die Lupe genommen werden. Khan hätte mit seiner Interpretation so oder so ein Problem. Hat er die neuen Fonds vor der Lancierung nicht auf Herz und Nieren geprüft, dann hat er seinen Job nicht sauber erledigt. War er hingegen im Bild, dann erzählt er derzeit nicht die volle Wahrheit.

Das Problem Khans war, dass 2018 ein Greensill-Fonds bei der GAM „explodierte“. Damals führten Khan und die CS eine Untersuchung ihrer eigenen Greensill-Fonds durch. Das Resultat der Analyse: Bei uns ist alles anders. So machten Khan und seine Private Banker weiter. Ja, sie verschärften gar ihren Sales-Effort. Im Frühling 2019, kurz bevor Khan bei der CS von Bord sprang, stiegen die Investments der Kunden in den Greensill-Fonds innert kurzer Zeit um zwei Milliarden, hält die „Bilanz“ fest. Und Khan? Er konnte trotz einer Strafanzeige seiner Häscher, die ihm Falschanschuldigung vorwerfen, weit oben bei der UBS weitermachen. Nun gerät er in verschiedenen Medien in den Fokus des Greensill-Skandals.

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