Freitag, 02.12.2022 16:51 Uhr

Gipfeltreffen zur europäischen Energiesicherheit

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 08.11.2022, 16:38 Uhr
Kommentar: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 2441x gelesen

Wien [ENA] In Angesicht der drohenden wirtschaftlichen und politischen Verwerfungen durch die Energiekrise, wird die Energieversorgung zum Indikator für wirtschaftliche und politische Stabilität in Europa. Der ehemalige EU-Kommissar Günther H. Oettinger hat bei der Eröffnungsrede beim Gipfeltreffen zur europäischen Energiesicherheit in Wien eine Lösung favorisiert, die eine Europäisierung der Energiepolitik vorsieht.

Veranstaltet wurde das Treffen vom Senat der Wirtschaft gemeinsam mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich und United Europe. Die Frage stellt sich nur, ob die Europäisierung der Energiepolitik und die "Überwindung nationaler Egoismen" der richtige Weg aus der Krise sind. Dieser, wie immer gut gemeinte Appell an die "Spendenbereitschaft" jener europäischen Länder, die in besseren wirtschaftlichen Positionen sind, hat noch nicht den Stresstest einer echten Krise ausgestanden, in der Notfallpläne benötigt weden. Ob der sogenannte RePowerEU-Plan der schwerfällig agierenden bürokratischen EU-Kommission implementiert werden kann und ob sie die Gasreserven vor der Wintersaison aufzufüllen imstande ist, bleibt abzuwarten.

Eher sieht es so aus, dass zum Beispiel Österreich, mit seiner extrem hohen Abhängigkeit vom russischen Gas, bestenfalls nur langsam durch Diversifizierung energieautark werden kann. Denn auch alternative Energieträger wie Windkraft oder Photovoltaik sind umweltpolitisch nicht unproblematisch. Erschwerend kommt hinzu, dass die langfristigem Energielieferverträge zum Jahresende auslaufen und es noch nicht absehbar ist, welchen Preis Unternehmen für Energie ab dem Jänner 2023 zahlen müssen und ob sie die Rechnungen stemmen werden können. Deshalb fordert der Senat der Wirtschaft eine europaweite Subventionierung von Gaskraftwerken und eine Abschöpfung von Krisengewinnern, damit der Strompreis für Unternehmen und Haushalte erträglich bleibt.

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