Dienstag, 20.04.2021 21:53 Uhr

41 Millionen weniger für Gottstein&Co.

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 06.04.2021, 12:42 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 2449x gelesen

Zürich [ENA] VR streicht gesamte Boni der Spitzenleute für 2020 wegen Hedgefund-Crash. Präsident Rohner gibt 1,5 Mio. „Vorsitzhonorar“ her, behält 3 Mio. Die Credit Suisse versucht, die Gemüter mit Geld zu besänftigen. Der Verwaltungsrat als oberstes Organ der CS hat den operativen Chefs der Grossbank sämtliche zuletzt geleisteten Boni gestrichen. Es geht um 16 Millionen aus der „kurzfristigen leistungsbezogenen Vergütung“ für die Konzernleitung sowie um 25 Millionen aus der „langfristigen leistungsbezogenen Vergütung“ für CEO Thomas Gottstein und seine Spitzenkollegen in der Konzernleitung.

Insgesamt würde „die zuvor beantragte Vergütung der Geschäftsleitung um den gesamten zuvor beantragten Betrag der variablen Vergütung in Höhe von CHF 40.8 Millionen reduziert“, schreibt die CS heute. VR-Präsident Urs Rohner habe zudem beantragt, „auf sein Vorsitzhonorar von CHF 1.5 Mio. zu verzichten“, hält die CS weiter fest. Der VR habe diesen Antrag „genehmigt“. Was nicht steht: Rohner erhielt für 2020 als „Basishonorar“ 3 Millionen, hinzu kamen 219’000 Franken „Vorsorge und sonstige Leistungen“. Damit strich der CS-Präsident trotz Grosskrise über 3 Millionen ein – mehr als sein CEO heimträgt. Was Gottstein und die übrigen operativen Chefs der Bank für die Zeit des laufenden Jahres erhalten werden, bleibt abzuwarten.

Es droht weitere Unbill. „Der Vergütungsausschuss wird die Entwicklungen genau weiterverfolgen und aufgrund der Untersuchungsergebnisse angemessene Massnahmen ergreifen, einschliesslich der Ausübung bestehender Malus- und Rückforderungsrechte betreffend variable Vergütungselemente gegenüber betroffenen Mitarbeitenden“, so die CS in ihrer „Aktualisierung des Vergütungsberichts 2020“, die sie heute früh online schaltete. Das Board der Bank hat mehrere Komitees gebildet für die Fälle Greensill-Funds und Archegos, ein US-Hedgefund. Noch besser haben es die Verwaltungsräte, diese behalten alle ihre Honorare, obwohl sie am Ende die Verantwortung für das Debakel tragen.

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