In ganz Europa leben viele Menschen in Not und Armut
Strassburg [ENA] In ganz Europa leben viele Menschen fortgeschrittenen Alters in großer Not und Armut
Straßburg, 5/8/2010 – “In ganz Europa kämpfen viele Hunderttausend Menschen fortgeschrittenen Alters täglich ums Überleben. Die führenden Politiker Europas sollten angemessene politische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen dieser besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppe entwickeln”, so der Menschenrechtskommissar des Europarates, Thomas Hammarberg, in seinem heutigen Menschenrechts kommentar. “Viele ältere Menschen leben in erschreckender Armut. Sie werden oft von Politikern übergangen und in der modernen Gesellschaft als unproduktiv und wertlos angesehen. Die Menschenrechte dieser Bevölkerungsgruppe dürfen nicht länger durch die Sparprogramme der Regierungen untergraben werden.”
Der Menschenrechtskommissar hat beobachtet, dass ältere Menschen besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen sind und sehr unter den Rentenreformen leiden werden. “Anscheinend ist sich noch nicht jeder bewusst, dass mehrere Generationen Gefahr laufen, im Alter der Armut gegenüberzustehen. Die Mitgliedsstaaten müssen gewährleisten, dass Rentenzahlungen älteren Menschen ein Leben in Würde ermöglichen.” Hammarberg betonte die Notwendigkeit einer altersfreundlichen Politik und verstärkter Maßnahmen zur Prävention von chronischen Krankheiten. Des Weiteren stellte er heraus, dass immer mehr Menschen, die das Rentenalter erreichen, körperlich vollkommen gesund sind und gerne ihrer beruflichen Tätigkeit weiterhin nachgehen wollen.
Viele erfahren jedoch altersbezogene Diskriminierung bei Einstellung, Beförderung und Entlassung. “Diese Tatsache hat nicht dazu geführt, dass Überlegungen angestellt werden, wie Fähigkeiten, Erfahrung und Engagement älterer Menschen für das Gemeinwohl genutzt werden können. Sinnvoller wäre mehr Flexibilität im Hinblick auf das Renteneintrittsalter auf Grundlage persönlicher Vorstellungen und Fähigkeiten, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass nicht genügend Mittel bereitstehen, um menschenwürdige Rentenzahlungen zu ermöglichen.” Pressekontakt im Büro des Menschenrechtskommissars: Stefano Montanari, +33 (0)6 61 14 70 37; stefano.montanari@coe.int




















































