Montag, 19.04.2021 09:13 Uhr

Von einem, der auszog, ein großer Trainer zu werden.

Verantwortlicher Autor: Thomas Schuster München, 19.02.2021, 09:51 Uhr
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Story-Maker  Bild: Thomas Schuster

München [ENA] Steter Tropfen höhlt den Stein. Oder Ball? Egal. Es gibt zwei Bücher zur Triple-Saison des FC Bayern 2020. Einmal dieses "Zurück an die Spitze" aus dem Werkstatt-Verlag und einmal "Triple 2020: Eine Chronik des FC Bayern in der Königsklasse" aus dem Riva-Verlag.

Riva tritt dabei in den letzten Jahren vermehrt als "Haus- und Hof-Verlag" des FC Bayern in Erscheinung, denn die Veröffentlichungen rund um den FC Bayern scheinen regelmäßig durch den Verein lizensiert zu sein und werden auch im vereinseigenen Fanshop verkauft. Darauf muss der Werkstatt-Verlag meines Wissens nach verzichten, was sich aber nicht unbedingt als Nachteil herauskristallisiert. Wie auch immer - die Herangehensweise an die Erfolge dieser zweifelsfrei "besonderen Saison" sind gänzlich unterschiedlich. Der Aufhänger bei "Zurück an die Spitze" ist nur peripher eine geschlossene und überzeugende Mannschaftsleistung, sondern vor allem der Blick auf die Einzelperson und den Trainer-Protagonisten Hansi Flick.

Trotzdem handelt es sich beim dem 142-seitigen Buch nicht um einen Rückblick auf das Leben von Hansi Flick, sein Werdegang und seine Vergangenheit werden nur in kleinen Teilbereichen angerissen. Das Credo lautet eher "in 295 Tagen vom Offenbarungseid zur besten Mannschaft Europas" und daran arbeitet sich der Autor Justin Kraft mehr oder weniger chronologisch ab. Justin Kraft ist kein unbeschriebenes Blatt in Sachen FC Bayern. "Miasanrot" sollte als Blog und Podcast der Anhängerschar des FC Bayern im Regelfall ein Begriff sein, entsprechendes Feedback ist beim Schreiber also vorhanden.

Trotzdem handelt es sich beim dem 142-seitigen Buch nicht um einen Rückblick auf das Leben von Hansi Flick, sein Werdegang und seine Vergangenheit werden nur in kleinen Teilbereichen angerissen. Das Credo lautet eher "in 295 Tagen vom Offenbarungseid zur besten Mannschaft Europas" und daran arbeitet sich der Autor Justin Kraft mehr oder weniger chronologisch ab. Justin Kraft ist kein unbeschriebenes Blatt in Sachen FC Bayern. "Miasanrot" sollte als Blog und Podcast der Anhängerschar des FC Bayern im Regelfall ein Begriff sein, entsprechendes Feedback ist beim Schreiber also vorhanden.

Ich stelle mir grundsätzlich jedes Buch über den FC Bayern ins Regal. Darunter sind ganz miese, durchschnittliche, gute und überragende. Hier pendle ich irgendwie zwischen den klassischen Schulnoten 2 und 3, denn wirklich begeistern kann mich der Inhalt nicht. Das hängt mit Sicherheit mit einer gewissen Lethargie aufgrund der auch im Fußball einschneidenden Corona-Ereignisse zusammen, aber auch damit, dass selbst mir es langsam müßig erscheint, jede neuerliche Erfolgssaison des FC Bayern mit dem entsprechenden Buch zu prämieren. Diese zweifelsfrei überragenden sportlichen Leistungen dann auch noch im Zusammenhang mit Einzelpersonen (hier: Hansi Flick) zu präsentieren, erscheint mir als ein Tacken zu gewollt konstruiert.

Das soll nicht bedeuten, dass ich den Aufschwung der Mannschaft und des Vereins nicht auch mit dem Wirken von Hansi Flick in Zusammenhang bringe, aber die sportliche und unternehmerische Fußball-Profiwelt agiert schon lange nicht mehr unter dem Motto einer "One man show". Im Resultat ist eine Triple-Saison freilich noch immer etwas Besonderes und Einzigartiges. Dazu ist die Blickweise auf die jüngsten Erfolge und Ereignisse des FC Bayern aus Sicht eines jahrzehntelangen Ü40 Fans und Anhängers natürlich eine komplett andere, als z.B. von einem Heranwachsenden, Kind oder Jugendlichen - die sich vermutlich auch weitaus mehr mit der Spielergeneration um Coman, Gnabry, Kimmich und Co. identifizieren.

Last but not least, konnte man einen Großteil der Spiele in der "Stress-Saison" 2019/2020 nicht im Stadion erleben, weshalb eine Nachbetrachtung in Buch- und Bildform schon alleine deshalb seine Berechtigung haben dürfte. Vielleicht sind das nicht die Fußball-Zeiten, von denen man irgendwann seinen Enkeln erzählt, aber Erinnerungen in jeglicher Form sind kostbar. Also ab mit dem Buch ins Schrankregal, der rot-weiße Nachwuchs wird es hoffentlich irgendwann danken.

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