Montag, 20.05.2013 06:06 Uhr

Remis des Favoriten gegen Paderborn.

Verfasser: Peter Müller Berlin, 04.08.2012, 09:30 Uhr
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Berlin [ENA] Der Aufstiegsfavorit Hertha BSC hatte schon vor Saisonbeginn den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga als Ziel ausgegeben und Jos Luhukay scheint von dieser Mission überzeugt zu sein, der vom FC Augsburg gekommene Trainer betonte jedoch stets wie schwer die Aufgabe sein würde und sieht das Saisonziel nicht als Selbstläufer. Mit Kraft, Kobiashvili und Ben-Hatira sind drei wichtige Säulen gesperrt.

Maik Franz, Christoph Janker, Sherven Radjabali-Fardi, Pierre-Michel Lasogga und Nikita Rukavytsya fehlten zum Saisonbeginn wegen Verletzungen gegen den in der letzten Saison überraschend starken SC Paderborn. Die Westfalen verloren zum Ende der vergangenen Saison mit Proschwitz, Kara, Mohr, Alushi, Brandy, Gonther und Mohr wichtige Spieler, sollten aber mit geändertem Kader nicht mit dem Abstieg zu tun bekommen.

Die Berliner, die im Berliner Olympiastadion die ersten drei Punkte einfahren sollten, zeigten sich personell im Vergleich zu den Testspielen auch taktisch verändert. Jos Luhukay ließ in der Mehrzahl der Testspiele mit zwei Stürmern spielen und verzichtete überraschend im ersten Meisterschaftsspiel der Saison 2012/13 auf seinen treffsichersten Stürmer Elias Kachunga und versuchte das Spiel mit Sami Allagui als einzige Spitze erfolgreich zu gestalten. Hertha legte auch gleich mit Tempofußball los und erspielte sich gute Torchancen. Allagui und Beichler konnten ihre Möglichkeiten jedoch nicht in Treffer ummünzen, so dass die Westfalen gegen Mitte der ersten Halbzeit besser ins Spiel fanden und die Partie offener gestalten konnten.

Als in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs Nico Schulz in der eigenen Hälfte den Ball gegen Alban Meha verlor, der Jens Wemmer steil schickte und der den Ball von der Grundlinie auf Deniz Yilmaz zurücklegte. Der wiederum hatte keiner Mühe den Ball aus kurzer Entfernung im Netz unterzubringen und somit war der Spielverlauf mit der Gästeführung zur Halbzeit auf den Kopf gestellt.

Beide Mannschaften betraten zur zweiten Halbzeit unverändert den Rasen und die Gastgeber erwischten wie schon in der ersten Halbzeit den besseren Start, hatten aber zunächst nicht den ersehnten Torerfolg zu verzeichnen. Mit den Einwechslungen von Ronny für Peer Kluge und Adrian Ramos für Daniel Beichler stellte sich der erste Torerfolg der Saison ein und die eingewechselten Akteure spielten dabei die Hauptrolle. Ramos legte den Ball für Ronny auf, der den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß im Tor unterbringen konnte.

Die Gäste intensivierten daraufhin ihre Offensivbemühungen wieder und wurden vier Minuten vor Ende der Partie belohnt. Thomas Bertels drang in den Berliner Strafraum ein und wurde wohl von Roman Hubnik leicht am Bein getroffen, der danebenstehende Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte wohl sehr genau hingeschaut und verhängte einen Elfmeter für die Gäste. Von den Rängen war dieses Foul nicht erkennbar und man musste auch bei den Fernsehaufnahmen schon mehrmals hinsehen um dieses Vergehen zu erkennen, somit kann man diesen Strafstoß wohl als harte Entscheidung bezeichnen. Alban Meha interessierte das wenig und schickte Sascha Burchert in die falsche Ecke und verwandelte traumhaft sicher.

Die Gastgeber wollten sich mit einer Niederlage zu Beginn der Saison nicht abfinden und kämpften unvermindert weiter um wenigstens noch einen Punkt zu retten. Die Einstellung der Berliner stimmte und erzielten durch Sami Allagui zwei Minuten vor Spielende den alles in allem verdienten Ausgleich. Ronny war an diesem Torerfolg wieder mitbeteiligt. Der Brasilianer hämmerte einen Freistoß aus 20 Metern auf das Gästetor, wo Torhüter Lukas Kruse den Ball zunächst abwehren konnte, aber Sami Allagui war zur Stelle und zirkelte den Ball unter die Latte. Nach dem Spiel waren beide Trainer der Meinung das ein Erfolg ihrer Mannschaft gerechter gewesen wäre.

Jos Luhukay hatte wohl die besseren Argumente, denn sein Team war über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft und hätten bei besserer Chancenverwertung wohl die drei erhofften Punkte in Berlin behalten können. Die Gäste hingegen konnten mit besserem Zweikampfverhalten punkten, denn sie gewannen immerhin 54 % ihrer Zweikämpfe. Die gut 23.000 Zuschauer schienen mit Ergebnis einverstanden gewesen zu sein, denn es gab auch nach dem Schlusspfiff keine Pfiffe gegen die eigene Mannschaft, auch wenn sich die lautstarken Berliner Fans einen Sieg gewünscht hätten.

Hertha BSC gegen SC Paderborn 07 2:2 (0:1)

Hertha: Burchert, Ndjeng, Hubnik, Brooks, Schulz, Niemeyer ( 65. Wagner), Kluge (60. Ronny), Lustenberger, Beichler (67. Ramos), Knoll, Allagui. Trainer: Jos Luhukay SC Paderborn: Kruse, Wemmer, Strohdiek, Bertels, Feisthammel, Demme (87. Zeitz), Vrancic (87. Kempe), Mahe, Krösche, Brückner (90. +3 Ziegler), Yilmaz. Trainer: Stephan Schmidt Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach) Gelbe Karten: Kluge (18.), Wagner (90.) - Bertels (26.), Feisthammel (46.), Strohdiek (90.) Tore: 0:1 (43.) Yilmaz, 1:1 (64.) Ronny, 1:2 (86.) Meha (Foulelfmeter), 2:2 (88.) Allagui Zuschauer: 23.404 im Berliner Olympiastadion

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