Mittwoch, 30.11.2022 01:16 Uhr

Wasser Macht Leben - Weltklimakonferenz 2022

Verantwortlicher Autor: Lydia Budiner Hohen Neuendorf/OT Borgsdorf, 07.11.2022, 12:45 Uhr
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Wasser Macht Leben
Wasser Macht Leben  Bild: Lydia Budiner

Hohen Neuendorf/OT Borgsdorf [ENA] Derzeit findet die 27. Weltklimakonferenz in Ägypten (Stadt: Sharm El-Sheikh) statt. 197 Vertragsstaaten diskutieren Themen rund ums Klima. Neben dem Klimawandel und den Treibhausgasen, spielt Wasser eine wichtige Rolle. Denn Wasser ist der Stoff der Klima, Leben, Macht und Zukunft bestimmt.

Es wundert nicht, dass in Ägypten Wasser ein Thema ist. Der Nil ist die Lebensader Ägyptens, das Leben in Ägypten spielt sich vor allem an den Ufern des Nils ab. Er ist der längste Fluss der Erde. Ohne den Nil wäre Ägypten trocken. Wasser macht schon heute Politik –in Ägypten, in Israel. Wen wundert es, dass es ein Vertragswerk gibt, dass die Nutzung des Nilwassers zwischen den Anrainerstaaten regelt. Dieses Vertragswerk funktioniert aber nur so lange, wie kein Land am Flußoberlauf dort Wasser aufstaut und in großen Mengen abzapft- wie dies in Äthiopien zur Diskussion stand. Immer wieder entzünden sich kleinere und größere Konflikte an dem Thema der Wasserverteilung in der Region.

Wasser Macht

Zukünftig wird das Konfliktpotential rund um Wassernutzung zunehmen, da das Gut Wasser knapper wird in Zeiten des Klimawandels, höherer Temperaturen und längerer Dürreperioden. Das ist schon heute bei den Nilanrainern zu beobachten oder in Israel, dass sich durch die Besetzung des Westjordanlandes große Grundwasservorkommen gesichert hat. Selbst bei uns in Deutschland ist Wassermangel mittlerweile ein Thema: die vielen Waldbrände, verdorrte Felder, ausbleibende Regenperioden. Wir verbrauchen immer mehr Wasser, und es bildet sich immer weniger Grundwasser nach.

Auch wir bemerken mittlerweile in Deutschland, dass Wasser wichtig ist – aber von Sparen kaum eine Rede und von achtsamem Umgang mit dieser wertvollen Ressource sind wir auch immer noch weit entfernt. Das Wasser kommt zuverlässig aus dem Wasserhahn – klar, sauber und in Trinkwasserqualität. Der Preis von Wasser spiegelt dessen Bedeutung nicht ansatzweise wieder. Entsprechend langsam wächst die Wertschätzung für Wasser und das Bewusstsein darüber, was (Grund-) Wasserverschmutzung für unser Trinkwasser bedeutet.

Grundwasser ist nicht unendlich – es bildet sich zwar regelmäßig nach, aber nur wenn ausreichend Niederschläge für Nachschub sorgen und Trinkwasser läßt sich nur aus Grundwasser gewinnen, wenn dieses nicht durch Giftstoffe im Boden verunreinigt wird. Schon heute ist ein großer Teil unseres Trinkwasser auf die Entnahme aus Oberflächengewässern zurückzuführen. Aber auch die Oberflächengewässer werden nur wenig achtsam behandelt und immer mehr mit Chemikalien verunreinigt.

LEBENSelexir Wasser

Wasser ist überall – denn ein Ggroßteil der Erde ist damit bedeckt. Aber von den etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometern (km³) Wasser auf der Erde sind 97% Salzwasser! Süßwasser macht nur 3% der Wasservorkommen aus - wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn von diesen Süßwasservorkommen sind wiederum mehr als zwei Drittel in Gletschern und als ständige Schneedecke bzw. Eis gebunden. Weitere 30 Prozent befinden sich als Grundwasser unter der Erde, knapp ein Prozent bilden Bodenfeuchtigkeit, Grundeis, Dauerfrost und Sumpfwasser. Nur etwa 0,3 Prozent der Süßwasservorräte – rund 100.000 km³ bzw. 0,008 Prozent allen Wassers – sind relativ leicht, vor allem in Seen und Flüssen, für den Menschen zugänglich.

Wasser und Klima hängen eng zusammen, denn ohne Wasser kein Klima. Über den Kontinenten und den Meeren "braut" sich das Wetter zusammen, das langfristig unser Klima ausmacht. Weil Wasser anscheinend überall ist und relativ wenig kostet, wird gerade in den Industriestaaten vergessen, dass Wasser der Stoff ist aus dem Leben besteht. Dabei gibt es viele Regionen in der Welt, die nicht einmal Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt(Wasserverbrauch | bpb.de) : „Die Non-Profit-Organisation Water Footprint Network berechnet den "Wasser-Fußabdruck" indem das "virtuelle Wasser" und das vor Ort verbrauchte Wasser addiert werden. Für die USA ergibt sich so ein jährlicher Wasser-Fußabdruck von gut 2.800 m³ pro Kopf (täglich 7.800 Liter pro Kopf). In China liegt der entsprechende Wert bei knapp 1.100 m³ pro Kopf (täglich 2.900 Liter). Deutschland hat einen jährlichen Wasser-Fußabdruck von rund 1.500 m³ pro Kopf – das entspricht rund 4.000 Litern pro Tag und Kopf. Der Wasser-Fußabdruck Europas – insgesamt eine wasserreiche Region – entsteht zu 40 % außerhalb der eigenen Grenzen (Deutschland: 69 %/ Niederlande: 95 %)."

Bei der Geburt besteht der menschliche Körper zu 95 Prozent aus Wasser. Bei Erwachsenen sinkt der Anteil jedoch auf knapp 70 Prozent, denn die die Fähigkeit der Wasserspeicherung nimmt mit zunehmendem Alter ab. Bei älteren Menschen sind es dann gar nur noch ca. 50% Wasseranteil im Körper. Das sind bei einem Erwachsenen von 80 kg Körpergewicht ca. 56 Liter. Die zwei bis drei Liter davon, die der Körper über Urin, Schweiß und Atmung am Tag ausscheidet, müssen natürlich wieder aufgefüllt werden. Deshalb sollte täglich für eine entsprechende Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden. Dafür benötigen wir sauberes Trinkwasser.

Bei der Geburt besteht der menschliche Körper zu 95 Prozent aus Wasser. Bei Erwachsenen sinkt der Anteil jedoch auf knapp 70 Prozent, denn die die Fähigkeit der Wasserspeicherung nimmt mit zunehmendem Alter ab. Bei älteren Menschen sind es dann gar nur noch ca. 50% Wasseranteil im Körper. Das sind bei einem Erwachsenen von 80 kg Körpergewicht ca. 56 Liter. Die zwei bis drei Liter davon, die der Körper über Urin, Schweiß und Atmung am Tag ausscheidet, müssen natürlich wieder aufgefüllt werden. Deshalb sollte täglich für eine entsprechende Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden. Dafür benötigen wir sauberes Trinkwasser.

Verliert der Körper mehr Flüssigkeit als er aufnimmt, kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, einer sogenannten Dehydration, mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebendbedrohlichen Zustand (Delir) führen, der besonders bei älteren Menschen häufiger auftritt. Wir brauchen Wasser um uns zu kühlen, Gelenke zu schmieren, Nähr- und Botenstoffe zu übertragen und Abfallprodukte zu beseitigen. Wir benötigen im Wasser gelöste Elektrolyte, zum Beispiel B-Vitamine, Calcium oder Magnesium, für wichtige Stoffwechselprozesse. Wasser ist Leben – ohne Wasser können die meisten Lebewesen nicht überleben. Selbst an Wüstenklimate angepasste Tiere benötigen Wasser. Wasser ist DAS Lebenselixier, ohne das nichts geht.

WasserSchutz Priorität

Wasser macht schon heute Politik. Wasserschutz ist Lebensschutz! Und obwohl dieses Element schon lange bekannt ist, wissen wir noch wirklich wenig darüber. Gerade auch das Thema Grundwasser, hydrogeologische Verhältnisse, wohin, woher fließt das Grundwasser – wir erleben zu diesen Themen immer wieder Überraschungen und sind weit davon entfernt, dazu sichere Aussagen zu machen. Somit sollten wir sehr genau überlegen, was wir in unseren Boden geben/lagern. Niemand kann heute wirklich etwas dazu sagen, wie sicher der Boden morgen ist.

Gegenwärtig entfällt allein auf Indien (19 Prozent), China (15 Prozent) und die USA (12 Prozent) knapp die Hälfte der weltweiten Wasserentnahme (Wasserverbrauch | bpb.de). In 10 von 178 Ländern wir bereits heute mehr Wasser entnommen, als sich neu nachbildet. In diesen Ländern wird schon heute Meerwasser entsalzen (z.B. Vereinigte Arabische Emirate, Saudi Arabien, Kuwait)

Fracking und Atommüll- Gefahr für Wasser und Leben

Bei so viel Unsicherheiten zu Wasser und Boden, ist es nur schwer verständlich, dass z.B. die Fracking Diskussionen immer wieder neu aufflackern. Die größten Reserven dieser nicht -konventionellen Erdgasressourcen im Jahr 2020 lagen in Milliarden Kubikmeter in China (43400), Russland (35200) und den USA (33561). Bei der Produktion dieser Gase liegt jedoch die USA mit 543,58 Milliarden Kubikmetern gegenüber China mit 32,64 und Russland mit 21,27 Milliarden Kubikmetern weit vorn.

Bisher hatte die USA keine Chance dieses Gas in Deutschland zu verkaufen und die größten US Produzenten fuhren im Jahr 2020 mehr oder weniger große Verluste mit dem Fracking Gas ein. Das hat sich jetzt geändert- das Fracking Gas der USA soll uns nun aus der (Energie- und Klima-) Krise helfen. Ein falscher Freund, noch falscher wäre es jedoch, Fracking Gas selbst zu gewinnen und damit unsere Natur zu schädigen. Am besten wäre: KEIN Fracking Gas, nirgendwo – kein Krieg kann so nachhaltig töten und Ressourcen zerstören, wie Umweltverschmutzung. Verseuchtes Grundwasser oder/und Oberflächenwasser bedrohen das Überleben ALLER Menschen.

Wie lautete doch der Spruch: “Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ Er kam bezeichnenderweise von einem der Ureinwohner der heutigen USA – weise und vorrausschauend. Gelernt hat die USA daraus nicht. Wir sollten dies jedoch tun und auf Fracking verzichten – für unsere nachfolgenden Generationen. Genauso ist es mit Atomenergie, bei der die Energieherstellung nicht das Problem ist, sondern der Müll, der entsteht und der eben auch irgendwo hin muss und was ist da besser nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“ -auch den Atommüll in „sichere“ Endlager zu verbringen. In Zeiten von Klimawandel wissen wir gar nicht, was noch sicher ist.

Weltklimakonferenz und Wasser 2022

Am 14. November – nur einen Tag lang – widmet sich die Weltklimakonferenz explizit dem Thema Wasser. Man kann nur hoffen, dass an den anderen Tagen das Thema Wasser ebenfalls einen hohen Stellenwert bekommt. Der Zugang zu sauberem Wasser ist alles andere als selbstverständlich und Wasser ist unentbehrlich. “Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

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