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Heinrich von Maltzan "Wallfahrt nach Mekka"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 24.02.2021, 08:28 Uhr
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Wien [ENA] Heinrich von Maltzan (1826-1874) Buch "Wallfahrt nach Mekka" ist auch deshalb bekannt, weil er als einer der ersten Deutschen, als Muslim getarnt, 1860 eine abenteuerliche Haddsch unternommen hatte, die eigentlich für Nicht-Muslime streng verboten ist. Doch der deutsche Jurist war auch Orientalist und verbrachte viele Jahre in arabischen Ländern, über die er Bücher schrieb, darunter "Reisen in Algerien und Marokko."

Wie empfand er 1860 die arabische Welt? Kein Zweifel, muss es eine faszinierende gewesen sein, denn sie riss ihn hinein in eine sinnliche, vibrierende Lebendigkeit, durchtränkt mit religiösem Eifer und Ekstase, inszeniert in einer bunten Lebensform, die ihn den ganzen Zauber der orientalischen Kultur erleben ließ. Und doch musste er immer wieder diese gewaltige Begeisterung an der Nüchternheit seiner eigenen Kultur messen. Dabei bleibt dem Europäer nichts anderes übrig, als aus dem glühend schönen Traum aufzuwachen und sich im grauen Alltag wiederzufinden. Als Maltzan während seiner Haddsch in Dschedda ankam, musste für ihn die biblische Geschichte von Adam und Eva auferstehen, denn angeblich lebten die ersten Menschen dort einige Zeit.

Als er von Dschedda nach Mekka reiste, bot sich ihm die ganze Pracht orientalischer Vielfalt. Es lagerten dort tausende "Haddschadsch" aus vielen Ländern und um sie herum Kamele, Esel, reichbeladene Maultiere und edle arabische Pferde. Eine Pilgerfahrt nach Mekka, wie sie von Maltzan beschrieben wurde, ist neben den religiösen Zeremonien im Heiligtum der "Kaaba",sicherlich auch ein sprühendes Volkfest. So konnte er dort auch den gefährlichen Spielen indischer Gaukler zusehen, die sich scheinbar selbst Messer ins Auge und Dolche in den Bauch rannten, oder einen Schlangenbändiger beobachten, der sich von einer Giftschlange beissen ließ. Arabische Musiker spielten Flöten und Trommeln und laszive Tänzerinnen begeisterten die Pilger.

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