Mittwoch, 01.04.2020 02:59 Uhr

Covid-19 - Zoff in Supermärkten in der Schweiz

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 22.03.2020, 10:59 Uhr
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Zürich [ENA] Zoff in Supermärkten der Schweiz – Polizei verstärkt Präsenz Mancherorts ist die Stimmung in den Lebensmittelgeschäften gereizt, es kam schon zu Streitigkeiten. Die Kantonspolizei erhöht ihre Präsenz, Aldi das Sicherheitspersonal. Die Versorgung der Schweiz mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sei sichergestellt, Notvorräte anzulegen sei nicht nötig: Gesundheitsminister Alain Berset warnte bei der Medienkonferenz

als der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» erklärte, einmal mehr davor, in Panik zu verfallen. Die Botschaft der Landesregierung kam offenbar aber nicht bei allen an. Vermehrt ist es in den letzten Tagen in der ganzen Schweiz zu Hamsterkäufen gekommen, davon zeugen zahlreiche Bilder leerer Regale in den sozialen Medien. Mancherorts hat die angespannte Lage gar zu Anfeindungen zwischen Kunden geführt. Monstereinkäufe und Handschuhträger - «Wegen bestimmter Artikel prügeln die Leute fast aufeinander ein», erzählt die Angestellte eines grossen Detailhändlers, die ihren Namen nicht genannt haben will. Die Stimmung sei gereizt: Mehrfach habe sie schon beobachtet und auch von Arbeitskolleginnen vernommen, dass sich Konsumenten gegenseitig

anschnauzten und wenig Rücksicht aufeinander nähmen, so die junge Bernerin. Es gebe jene, die nur ein bisschen mehr kaufen als sonst, andere aber würden in Panik verfallen und Monstereinkäufe tätigen. «Manche Kunden kommen sogar mit Handschuhen in den Laden und packen die Artikel einzeln in Plastiksäckli ab. Wenn ich sie dann zum Scannen rausnehmen muss, werde ich zusammengestaucht», sagt die Angestellte. Auch sei sie schon angegiftet worden, weil kein Desinfektionsmittel mehr vorhanden war. Noch keine Polizeieinsätze, aber - Trotz einiger Gehässigkeiten verzeichnete die Kantonspolizei in den letzten Tagen keine Einsätze in Lebensmittelgeschäften. Allerdings stünden diese unter besonderer Beobachtung, wie Sprecherin

Jolanda Egger auf Anfrage sagt: «Wir sind nun vermehrt präsent bei jenen Geschäften, die noch offen sind.» Dies, um bei allfälligen Auseinandersetzungen eingreifen zu können und grössere Menschenansammlungen zu verhindern. Bei der Kantonspolizei Solothurn halten sich die Kontrollen aktuell «im Rahmen der ordentlichen Patrouillentätigkeit oder aufgrund entsprechender Hinweise», sagt Sprecherin Astrid Bucher. Jedoch könne sich je nach Entwicklung «die Einsatzdoktrin der Polizei relativ rasch ändern». Man überprüfe die Lage laufend. Mehr Sicherheitspersonal - In einzelnen Aldi-Filialen im Tessin und im Kanton Basel-Landschaft ist der Andrang derart gross, dass Aldi dort zusätzliche Sicherheitsleute engagiert hat.

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