Samstag, 21.10.2017 12:30 Uhr

Die Sami

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom/Helsinki, 10.08.2017, 11:27 Uhr
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Rom/Helsinki [ENA] In seinem Werk "Germania" erzählt Tacitus, der römische Geschichtsschreiber, im Jahr 98 n.Chr. von den "Fenni" (d.h. Sami): "Sie sind arm und wild wie Tiere. Sie haben keine Waffen, keine Pferde, kein Haus. Ihre Nahrung sind Kräuter, ihre Kleidung Felle, ihr Bett ist der Erdboden."(«Fennis mira feritas, foeda paupertas: non arma, non equi, non penates; victui herba, vestitui pelles, cubile humus.»).

Heutzutage für alle, die von einem Wunderland träumen, wird in Finnisch-Lappland dieser Traum Wirklichkeit. Die Magie Lapplands besteht namentlich auch in seinen Kontrasten: Im Sommer ist das Land fast 24 Stunden in Sonnenlicht getaucht, und die Wintertage sind lang und dunkel. Die Aktivität von Städten und Wintersportorten liegt nur Minuten entfernt von der Ruhe und Stille der endlosen Urwälder. Die nordische Natur erzählt eine Geschichte der verschiedenartige Kulturen und Konventionen. Kalevala, Mythologie, Philosophie für ein besseres Verständnis der Natur.

Es strahlt eine magische Attraktion aus, die die Besucher der nordischen Wälder in ihr Suggestion zieht. Man sagt, wer einmal den Norden gesehen und gefühlt hat, kehrt immer wieder zurück. Demgegenüber sind in Finnland die Menschen unerwartet schlecht informiert über die modernen Samen. Das Volk der Sámi in Lappland wird ebenso wie die amerikanischen Ureinwohner bedeutend mit Mythen und Legenden assoziiert, und die Nennung ihres Namens erweckt stereotypische Bilder eines natürlichen Eingeborenenvolkes, das in einer primitiven Hütte lebt und immerwährend in der traditionellen samischen Tracht gekleidet ist. Die Sami, die sich als ein Volk erkennen, leben heute auf dem Territorium von vier Staaten.

Norwegen, Schweden, Finnland und Russland haben sich den Lebensraum der Sami annektiert und das unkriegerische Volk, das sich nicht als Staat organisierte und den Begriff "Landbesitz" nicht kannte, im Lauf der Zeit immer mehr in die unwirtlichen Gebiete des hohen Nordens weggeschoben, wo der Winter neun Monate dauert, der Boden gefroren bleibt und die Sommer kurz und veränderlich sind. Dort brachten die Sami etwas zustande, was kein Skandinavier sich ersucht hätte und was eine Kunst zu nennen ist: das Überleben in arktischer Gegend, im Umgang mit einer sensiblen Umwelt und aggressiven klimatischen Bedingungen. Der Mensch darf nicht "stören", wenn er dort andauern will.

Die grosse Kunst der Diskretion, der Anpassung und Einstimmung in ein kompliziertes Gleichgewicht wird von ihm verlangt. Heute immermehr das sensible Ökosystem der Arktis geschützt werden muss. In Finnland, zum Beispiel, leben rund 9 000 Samen und abgesehen von der Rentierzucht ist ihr Alltagsleben ganz ähnlich wie das der Mehrheit der Bevölkerung. Die Sámi sind das einheimische Volk der Europäischen Union. Der Arktische Raum rückt aufgrund der Folgen des Klimawandels, von dem die größten Anstöße für Weiterentwicklungen ausgehen, immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Folgen des Klimawandels zeigen sich in diesem Raum in einem größeren Maßstab als in anderen Regionen der Welt.

Gleichzeitig betreffen diese Veränderungen andere Regionen der Welt durch steigende Meeresspiegel einerseits und Auswirkungen auf sich anschließende regionale Klimazonen andererseits. Daher trägt Europa nicht nur eine gewisse Verantwortung, weil es einer der Hauptverursacher von Kontamination und Emissionen von Treibhausgasen ist, sondern hat auch ein besonderes Interesse an der Arktis, da es sich mit den Auswirkungen der sich dort abzeichnenden Veränderungen wird auseinandersetzen müssen, angefangen bei Fragen des Umweltschutzes und des Klimawandels bis hin zu geopolitischen Fragen im Zusammenhang mit Schifffahrtsrouten und der Sicherheit der Versorgung mit Ressourcen.

Die Samen sich Ende Juni für zwei ganze Wochen in den Wald aufmachen, um ihre Tiere zusammen zu treiben. Eine hauptsächliche und allseits geliebte Tradition.Die Sámi sind stolz auf ihre Herkunft und Kultur. Das ist auch heute noch an ihrer Kleidung und ihrem Schmuck zu erkennen, manchmal nur an kleinen, aber schönen Details. Obwohl sich über die Jahrhunderte viel an der samischen Kultur abgeändert hat, erfährt die samische Sprache einen nie gekannten Aufschwung.Heutzutage hört man öfter Samisch, und auch in den Schulen gibt es eine Neubelebung.Das Siida – Sámi-Museum und Naturzentrum in Inari ist der beste Ort, um etwas über die samische Kultur zu erfassen.

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