Donnerstag, 22.10.2020 11:43 Uhr

Bundesweiter Verlust von naturnahen Wanderwegen

Verantwortlicher Autor: Ulrich Behrens Kassel, 25.02.2020, 17:44 Uhr
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Wegemarkierung - unverzichtbar für den Naturschutz
Wegemarkierung - unverzichtbar für den Naturschutz  Bild: Deutscher Wanderverband

Kassel [ENA] “Die naturnahmen Wanderwege befinden sich in Gefahr” – so resümiert der Deutsche Wander- verband in einem Statement. Seit 1883 ist der Deutsche Wanderverband Fach- verband für das Wandern und die Wegearbeit in Deutschland. Der DWV beklagt den....

bundesweiten Verlust von naturnahen Wanderwegen mit verheerenden Folgen für die Natur. Dazu erklärte der DWV- Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß: “Quer durch die Republik kritisieren die unter dem Dach des DWV organisierten Wandervereine und Landesverbände mit rund 600 000 Mitgliedern zunehmend den Verlust naturnaher Wanderwege. Für die Natur und den Klimaschutz ist dies verheerend, denn naturnahe Wege fördern die biologische Vielfalt.

Verheerende Folgen für Natur und Klimaschutz

Diese Pfade sind wichtige Brücken in Biotop-Verbundsystemen. Die zunehmende Asphaltierung und Verbreiterung von Wegen, die uns von unseren Mit- gliedern gemeldet wird, führt zu mehr Zerschneidung von Landschaftsräumen. Asphaltierte Böden nehmen Nährstoffe und Regen nicht mehr auf.” Er sieht es in diesem Zusammenhang auch kritisch, dass die Ansprüche der Wanderer oft zugunsten anderer Nutzungsarbeiten hinten angestellt werden. Er belegt seine Meinung auch damit, dass beispielsweise Radwege geführt und diese häufig asphaltiert werden.

Bau von Windkraftanlagen fordern asphaltierte Baustraßen

Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß weiter in seiner Kommentierung: “Eine weitere Ursache für die weitere Versiegelung sind die für den Bau von Windkraftanlagen erforderlichen asphaltierten Baustraßen, die nach dem Bau der Anlagen oft nicht zurückgebaut werden. Auch einstige Feldwege werden ausgebaut und häufig eben- falls asphaltiert. Selbst bisher naturnahe Fußwege in, oder am Rande von Ort- schaften, bekommen zunehmend eine Asphaltdecke. Dazu kappen vieler Orts neue Umgehungsstraßen Feld- und andere Freizeitwege-Verbindungen. Besonders in Norddeutschland wird über dies beobachtet, dass ehemals naturnahe Uferwege versiegelt werden.”

Probleme durch Maschinentechnik in Land- und Forstwirtschaft

Der DWV-Präsident sieht auch Probleme in der Entwicklung von anspruchsvoller Maschinentechnik in Land- und Forstwirtschaft die dazu führt, dass immer breitere zunehmend geschotterte Wege entstehen. Die Auswirkungen dazu: Immer wieder wird dabei extrem grober Schotter verwendet, der jahrelang nicht zum Begehen geeignet ist. Ehemalige Forstwege werden außerdem vermehrt in zum Teil gigantische Forststraßen umgebaut.

So erkennt Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß in seinem Statement: “Diese Entwicklung schadet der Natur und behindert das Bedürfnis von rund 40 Millionen Menschen allein in Deutschland nach gesundheitsförderlicher und gelenkschonender Bewegung beim zu Fuß gehen. Darüber hinaus gefährdet der Verlust naturnaher Wege den Qualitätstourismus, da Zertifizierungen etwa von Qualitäts- wegen erschwert werden. Dadurch gehen gerade dem ländlichen Raum Leuchtturmprojekte verloren, mit denen er anderenfalls für sich werben könnte.”

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