Freitag, 10.02.2012 20:55 Uhr

Gefäße und Gewebe

Verfasser: Perter-Georg Rademacher Teningen, 11.08.2010, 17:38 Uhr
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Teningen [ENA] Die Verengung der Arterien, umgangssprachlich auch Arterienverkalkung genannt, ist die häufigste Ursache der sogenannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Apparats sind gleichzeitig die Haupttodesursache unter den chronisch degenerativen Erkrankungen in den Industriestaaten. Die Verengung der sauerstoffführenden Gefäße kann überall im Organismus auftreten, wirkt sich jedoch besonders lebensbedrohlich im Herz und im Gehirn aus. Herzinfarkt oder Schlaganfall resultieren.

Genauer betrachtet, handelt es sich bei der Arteriosklerose primär um einen Schaden der Innenwand der Arterien. Die Gefäßinnenwand ist mit einer Schicht von sogenannten Aminozuckern ausgekleidet und schützt die darunter liegenden Zellen der Gefäßwand. Eben diese Schutzschicht wird im Anfangsstadium der Erkrankung geschädigt und verletzt. Die Zellen der Gefäßwand sind nun ungeschützt und werden von Substanzen im vorbeifließenden Blut angegriffen. Über die Ursachen ist sich die wissenschaftlichen Gemeinschaft noch nicht vollends im Klaren. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, schädliche Stoffwechselprodukte aus ungeeigneter Nahrung, Viren, Tabakrauch, Umweltgifte etc. tragen sich in die Liste der Hauptverdächtigen ein. Die aufgetretenen Schäden an der Gefäßwand ziehen eine zunehmende Einwanderung verschiedenster Substanzen und Bindegewebszellen in die geschädigte Stelle nach sich. Das Gefäß verengt und verhärtet sich. Die Konsequenz ist ein behinderter Blutstrom und die verminderte Fähigkeit Sauerstoff in das umliebende Gewebe abzugeben. Die Erhöhung des Blutdruckes ist vor diesem Hintergrund eine sekundäre Erscheinung, die vor allem durch den erhöhten Widerstand im Endstrombereich der Kapillaren zum Bindegewebe verursacht ist.

Das Blutcholesterin scheint ein großer Risikofaktor im Krankheitsgeschehen zu sein, weil sich im Zuge der Gefäßschädigung auch das Cholesterin aber auch andere Blutfette an den betroffenen Stellen anlagern. Wie oben schon gesehen ist das Cholesterin kaum in der Lage den primären Schaden an der Gefäßwand zu bewirken, stellt aber dennoch einen ernstzunehmenden Faktor im Gesamtgeschehen dar. Hier müssen auch die Ernährungsgewohnheiten des Patienten korrigiert werden, denn ca. 80% des Blutcholesterin kommen aus der Nahrung. Es finden sich aber auch andere Ursachen für einen zu hohen Cholesteringehalt wie Leberstoffwechselstörungen und chronische Entzündungen. Viel wichtiger scheint ein anderer Stoff, der im Zusammenhang mit dem Cholesterin betrachtet werden muss. Das Homocystein im Blut wird oft nicht routinemäßig bestimmt, zählt laut Forschung aber zu einer der primären Ursachen der Gefäßschädigungen dar. Die besondere molekulare Beschaffenheit des Homocysteins bewirkt einen mechanischen Schaden an der Gefäßwand. Diese Substanz ist ein Zwischenprodukt im Cystein- und Methionin-Stoffwechsel und tritt vor allem bei Mangelerscheinungen gewisser B-Vitamine auf. Hoffnung bereitet hingegen die Tatsache, dass man der Arteriosklerose allein durch eine geeignete Lebensführung vorbeugen und dem Auftreten, wie auch dem Fortschreiten Einhalt gebieten kann. Und selbst wenn die Gefäße schon verengt sind, also schon ein arteriosklerotischer Zustand vorliegt, ist die Umstellung der Lebensgewohnheiten im Sinne von Ernährung und moderater Bewegung das mächtigste Heilmittel. Untersuchungen haben ergeben, dass sich nach Umstellung der Ernährung auf eine rein vegetarische Kost Gefäßverengungen zurückbilden. Den Kardiologen ist auch die sehr positive Wirkung von Vitamin E, Coenzym Q10 und Strophantin auf den Herzmuskel und die Herzkranzgefäße bekannt. Allein durch diese Substanzen wird besonders das Zweitinfarktrisiko gesenkt und die Heilung des Herzmuskels und seiner Gefäße maßgeblich unterstützt. Das Vitamin B3, Nikotinamid hat sich als der beste Cholesterinsenker erwiesen und ist in Verbindung mit Omega-3-Fettsäuren auch eine nebenwirkungsarme und kostengünstige Variante zur Regulierung der Blutfette. Ein weiterer wichtiger Aspekt zum Strömungshindernis in Gefäßen und Gewebe ist die Beschaffenheit des Blutes, besonders der Zustand der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Sie müssen elastisch, form- und dehnbar sein, um durch die engen Kapillaren wandern zu können. Erythrozyten reagieren auf feinste Milieuschwankungen und verlieren ihre Elastizität, wenn im Blut die Basen abnehmen und der Ph-Wert fällt. Eine wichtige Substanz, um diesem Zustand entgegenzuwirken, ist das Natrium-Bikarbonat. Es lässt die Erythrozyten in kürzester Zeit wieder elastisch werden und kann im Falle eines Herzinfarktes oder bei einem Schlaganfall Folgeschäden an Herz oder Gehirn verhindern. Peter-Georg Rademacher E.A.N. DVPJ Oliver Schöpf DVPJ

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