Montag, 24.04.2017 21:11 Uhr

Wir tanzen wann wir wollen

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Stuttgart, 14.04.2017, 17:08 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4287x gelesen
Transparent bei der Tanzdemo
Transparent bei der Tanzdemo  Bild: Wolfgang Weichert

Stuttgart [ENA] Rund 30 Personen folgten dem Aufruf der Piratenpartei Stuttgart zur Tanzdemo auf dem Stuttgarter Schlossplatz am heutigen Karfreitag. Am 14. April ist Karfreitag und somit herrscht wieder Tanzverbot. Die Piratenpartei Baden-Württemberg lehnt dies entschieden ab.

Die Piratenpartei Stuttgart lud aus diesem Grund, wie schon in den vergangenen Jahren, am Karfreitag zu einer Tanzmahnwache ab 14:00 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz ein. „Um die Trennung von Staat und Kirche konsequent umzusetzen, darf nicht-religiösen Menschen nichts verboten werden, nur weil eine Religion dies gebietet“, kommentiert Philip Köngeter, Vorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg. „Wer an Feiertagen feiern will, der sollte das auch dürfen. Wir fordern deshalb die vollständige Abschaffung des Tanzverbotes.“

Die Tage um Ostern gelten als sogenannte "stille Feiertage", die strengen Gesetzen unterliegen. In Baden-Wüttemberg gilt das Tanzverbot ab Gründonnerstag, 18 Uhr, bis Karsamstag, 20 Uhr. Diese Regelung ist bestehen geblieben, obwohl im Jahr 2015 das Tanzverbot in Baden-Württemberg gelockert wurde. An Neujahr, Ostermontag, Christi Himmelfahrt und den Weihnachtsfeiertagen entfiel es hingegen. Auch gibt es an Sonntagen kein Tanzverbot mehr. Bis 2015 war der Südwesten im bundesweiten Vergleich besonders streng.

Wenn am Karsamstag um 12:00 Uhr das Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen mit dem Fassanstich eröffnet wird, besteht das Tansverbot noch bis 20:00 Uhr. Wer sich zur Eröffnung des Frühlingsfestes auf dem Cannstatter Wasen am Karsamstag zu einem Tänzchen auf dem Tisch hinreißen lässt, der begeht streng genommen eine Ordnungswidrigkeit. Nicht, weil er auf dem Tisch tanzt – was allerdings auch verboten ist. „Da achten wir auch streng darauf“, sagt Martin Treutler, Leiter der Gewerbe- und Gaststättenbehörde des Ordnungsamts.

Warum am Karfreitag dennoch bei der Demonstration auf dem Stuttgart Schlossplatz ohne Busgeld getanzt werden durfte, liegt am Demonstrationrecht. Das Demonstrationsrecht steht über dem Tanzzverbot. Innerhalb von einer Stude darf maximal 10 Minuten die Musik eingeschaltet werden und das Tanzbein gewschungen werden. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov mit mehr als 1000 Teilnehmern ergab, dass 52 Prozent gegen die Aufhebung des Tanzverbotes sind, 10 Prozent machten keine Angabe. Vor allem ältere Menschen sind gegen die Aufhebung des Tanzverbots.

Polizei kontrolliert die Demopapiere.
Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.