Montag, 24.04.2017 21:12 Uhr

Parteikonvent in München: Seehofers Krönungsmesse

Verantwortlicher Autor: Christian Flühr München, 08.05.2013, 09:56 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 11966x gelesen
Der Parteikonvent der CSU im Münchner Postpalast
Der Parteikonvent der CSU im Münchner Postpalast  Bild: Bettina Scheiwein

München [ENA] Rund 2000 geladene Gäste fanden sich am 03. Mai 2013 zur Krönungsmesse des designierten Spitzenkandidaten der CSU, Horst Seehofer, für die Landtagswahl am 15. September 2013 im Münchner Postpalast ein, um dem neu geschaffenen Parteikonvent beizuwohnen.

Der Parteikonvent war als frische Jubelveranstaltung geplant, aber die Affäre um die Beschäftigung naher Verwandter durch Kabinettsmitglieder verhagelte die Stimmung gründlich. Heftige Regengüsse nach den Reden im Postpalast beim Bayernfest sorgten dafür, dass der geplante Wahlkampfauftakt ein wenig ins Wasser fiel. Einer der den Abend zumindest einigermaßen rettete, war der CSU-Ehrenvorsitzende, Dr. Edmund Stoiber, der mit kämpferischen Worten in alter Manier das Publikum wach kitzelte.

Einer für das Organisatorische, einer für das Grundsätzliche und einer für die Stimmung, so sind die 3 Reden beim Parteikonvent der CSU am besten in wenige Worte zu fassen. Zunächst redete Alexander Dobrindt als Generalsekretär der CSU und schwor die Gäste auf die neue Form und die beiden anstehenden Wahlen ein, die im September nur 7 Tage auseinander liegen. „Richtungswahlen“ nannte Dobrindt die anstehenden Wahlen.

Nach einigen Zuspielern auf der großen LED-Wand ging es dann mit dem ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber weiter, der das bis dato nicht besonders emotionale Publikum versuchte anzustacheln, allerdings maximal nur im „3. Gang“. In seiner aktiven Zeit drehte Stoiber deutlich mehr auf, vielleicht wusste er aber auch nur zu gut, dass es ihm heute nicht mehr zusteht, die Show zu bieten. Trotzdem sorgte Stoiber für Stimmung und endete als Königsmacher. Nach seiner 35 minütigen Rede rief er den CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer zum Spitzenkandidaten aus und überließ dem selbigen nach langem Applaus die Bühne.

Horst Seehofer war bereits im Vorfeld die große Verärgerung über die aktuelle Affäre in der Regierung anzumerken. Deshalb war die Jubelveranstaltung im letzten Akt auch nicht unbedingt so mitreißend, wie sie vorher hinter den Kulissen wohl geplant war. Eher mit leisen Tönen, volksnah und ohne Schnick-Schnack redete der bayrische Ministerpräsident unter dem Motto: „Mein Herz gehört Bayern. Mein Herz schlägt für Bayern. Ich bin bereit.“

Horst Seehofer, CSU

Die Rede hörte sich in weiten Teilen eher wie ein Grundsatzreferat an und konnte von der Emotionalität nicht an den Vorredner Stoiber ran reichen. Schwerpunkte Seehofers waren dabei, die digitale Revolution und Bayern als Chancenland zu begreifen. Mehr sachlich und eher zum Schluss emotional gliederte er seine Rede. Deshalb fielen die Ovationen auch nicht überschwänglich aus, sondern wurden erst richtig laut als alle Verantwortlichen die Bühne zum Abschlussbild betraten.

Auffällig war, dass die CSU auch alte Traditionen über Bord wirft, um sich jungen Wählen noch weiter zu öffnen. Statt bayrischen Defiliermarsch gab es Techno-Bums beim Einmarsch von Stoiber und Seehofer und später beim bayrischen Fest vor dem Postpalast sorgte der aus den Medien bekannte Flashmob aus den Riemer Arkaden zumindest für ein anderes CSU-Gefühl, denn wie sagte der bayrische Ministerpräsident in seiner Rede so schön: „Wir, die CSU, können als einzige Bayern!“ Weitere Informationen und Bilder im Blog Deine-Wahl-2013: http://www.deine-wahl-2013.eu.mn

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.