Mittwoch, 22.11.2017 13:45 Uhr

Luftverkehr braucht Schutz vor Cyber-Angriffen

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 20.10.2017, 16:14 Uhr
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Podiumsdiskussion zu Cybersicherheit
Podiumsdiskussion zu Cybersicherheit  Bild: Gerhard Rippert

Brüssel [ENA] "Cybersicherheit im Luftverkehr - Wie lassen sich digitale Innovation schützen?". Unter diesem Thema und mit Blick auf zukünftige Herausforderungen hat der Arbeitskreis Luft- und Raumfahrt des Europäischen Parlaments in Brüssel zu einem Runden Tisch Sicherheit eingeladen.

Im September 2017 legte die EU-Kommission ein umfassendes Strategie-Paket zur Cybersicherheit vor, mit dem der rasant zunehmenden Bedrohung durch Cyber-Angriffe begegnet werden soll. Wegen seiner generell komplexen Infrastruktur und Innovationen wie Drohnen und autonomes Fliegen kommt der Sicherheit im Luftverkehr ein ganz besonderer Stellenwert zu. Da zudem der Luftverkehr immer mehr auf der Grundlage von Daten gesteuert wird, stehen alle Beteiligten in der Branche unter großem Handlungsdruck um funktionierende und sichere Lösungen zu entwickeln. Selbstverständlich müssen auch die luftverkehrstechnischen Produktionsprozesse mit ihren komplexen Lieferketten gegen mögliche Cyberangriffe gesichert werden.

H. Multon (Thales Group) - P. Ky (EASA)
O. Onidi (Europ.Kommission) - F. Guillermet (SESAR)

Elemente zur Cybersicherheit im Aero-Bereich

Olivier Onidi, als stellvertretender Generaldirektor in der Europäischen Kommission für Sicherheitsstrategien zuständig, führte drei wesentliche Maßnahmen auf. Eine neue Cyber-Strategie, die bereits von der Brüsseler Behörde entwickelt wird, und Forschung im Sicherheitswesen wie sie schon Aufgabe von SESAR, dem Forschungsprogramm zum Flugverkehrsmanagement im einheitlichen europäischen Luftraum ist. Dazu noch sei ein Risiko-Management nötig, um Cyberangriffe im Luftverkehr identifizieren, analysieren und kontrollieren zu können.

Patrick Ky, Direktor bei der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA, hob hervor, dass Aspekte der Cybersicherheit in der Luft- und Raumfahrt durchaus von entsprechenden Erfahrungen und Entwicklungen anderen Industriebereichen verwertet werden sollen. So etwa als die Automobil-Hersteller von Forschung und Technik aus der Aeronautik profitierten, könnten nun umgekehrt auch industrielle Prozesse in anderen Branchen relevantes Sicherheits-Knowhow liefern.

EU-Kommissarin Mariya Gabriel (Digitale Wirtschaft und Gesellschaft)

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin zuständig für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, fordert bei der Entwicklung digitaler Sicherheitssysteme, dass Industrie, Mitgliedsstaaten und die EU eng zusammenarbeiten müssen. Auf der Basis der vorhandenen Infrastrukturen gilt es nationale und industrie-eigene Systeme zur Abwehr von digitalen Attacken in einem Netzwerk zusammenzuführen. Jede Organisation muss stets auf Cyberangriffe vorbereitet sein, wobei der Austausch von Informationen nach gleichen Standards und Regeln unerlässlich ist. Die Kommissarin möchte, dass Europa in der Technologie von CyberSicherheit führend in der Welt wird. Dementsprechend müssen die bisherigen Finanzmittel für den Digitalen Markt deutlich erhöht werden.

Operative Systeme zur Cybersicherheit im Luftverkehr

Florian Guillermet, Direktor bei der pan-europäischen Initiative im Management des Flugverkehrs SESAR, erläuterte die Notwendigkeit von Informationen, Daten und zunehmend Künstlicher Intelligenz, um Sicherheit in der Aeronautic zu erreichen. Dabei erklärt sich von selbst, dass mehr Flugzeuge im Luftraum mehr Regulierung erfordern. Hervé Multon, Vizepräsident der Thales Group, verlangt u.a. ein enges Miteinander von zivilen und militärischen Flugsicherungsorganisationen, nationalen und internationalen Organisationen, von Flugzeugindustrie, Fluglinien, Flugzeugbetreiber und -nutzer sowie alle anderen Partner am Boden und in der Luft.

Energisches Handeln bei der Cybersicherhait

In der Diskussion mit den Experten führte MdEP Monika Hohlmeier, Vorsitzende des Arbeitskreises "Luft- und Raumfahrt" des Europäischen Parlaments, entschieden aus, dass der Schutz vor Cyberangriffen keine nationalstaatliche Angelegenheit mehr sein darf. Politiker können die rasante Entwicklung der digitalen Innovationen ohnehin nicht aufhalten, sondern müssen den Herausforderungen der Zukunft schnellstens und EU-weit begegnen. In ähnlicher Weise drängen die EU-Parlamentarier Jean-Marie Marinescu, Gesine Meißner und Andreas Schwab sowie der Generalsekretär der Luftfahrt-Verbandes ASD Jan Pie auf rasches Handeln der Politk, um digitale Innovationen vor der progressiven Bedrohung durch Cyberattacken wirksam zu schützen.

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