Sonntag, 21.01.2018 09:35 Uhr

Kinder kämpfen für Deutschland.

Verantwortlicher Autor: Rolf Fischer Berlin, 11.01.2018, 11:58 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4115x gelesen
Bundeswehrsoldaten
Bundeswehrsoldaten  Bild: Frei Pixabay (Foto: boo_ist_online)

Berlin [ENA] Zurzeit wird über Minderjährige in der Bundeswehr diskutiert. Freiwillig dienende junge Menschen, die noch nicht volljährig sind, werden in der öffentlichen Diskussion als Kindersoldaten bezeichnet. Kritiker fordern, dass nur Volljährige eingestellt werden.

Junge Menschen, die ihre Volljährigkeit noch nicht erreicht haben, entschließen sich bei der Bundeswehr zu dienen. Sie werden mit Zustimmung ihrer Eltern dann Soldatin oder Soldat. Das ist seit der Aussetzung der Wehrpflicht gängige Praxis. Seit einigen Wochen wird darüber diskutiert, ob Minderjährige als Soldaten in der Bundeswehr dienen sollen. Der Verteidigungsministerin, Ursula von der Leyen (CDU), wird sogar vorgeworfen, Kindersoldaten zu beschäftigen.

Was sind Kindersoldaten?

Wird in Deutschland über Kindersoldaten berichtet, sehen wir Bilder aus Afrika, wo Kinder gezwungen werden, als Soldaten für irgendwelche Despoten zu kämpfen. Die UN hat das Mindestalter für Wehrpflichtige auf 18 Jahre festgesetzt. Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr, die sich freiwillig dem Militärdienst verpflichten, sind laut UN legal. Die Vereinten Nationen bezeichnen Kindersoldaten als Kinder unter 15 Jahren, die direkt an Kriegshandlungen teilnehmen.

Es wird geschätzt, dass es weltweit circa 250.000 Kindersoldaten gibt. Die meisten sind zwischen 15 und 18 Jahre alt. Es gibt aber auch Kindersoldaten, die zwischen 7 und 8 Jahre alt sind. Kindersoldaten sind billiger als Erwachsene. Sie sind sich vieler Gefahren noch nicht bewusst und beeinflussbarer. Nicht selten werden Kinder den Familien geraubt und zum Kriegsdienst gezwungen.

Kindersoldaten bei der Bundeswehr?

Wird der Definition der UN bezüglich Kindersoldaten gefolgt, dann lautet die Antwort ein klares nein. Dennoch halten Erziehungsexperten und sogar Kirchenvertreter den Dienst an der Waffe für Minderjährige für bedenklich. Sie kritisieren die Bundesverteidigungsministerin für ihre Einstellungspraxis. Dabei sind bis 1975 Minderjährige zur Wehrpflicht in die Bundeswehr eingezogen worden. Ein junger Mensch ist damals erst mit 21 volljährig geworden. 1975 ist das Alter für die Volljährigkeit von 21 auf 18 herabgesetzt worden. Wehrpflichtige Soldaten dürfen damals zwar nicht wählen, aber töten und sterben. Niemand hat sich daran gestört.

Das Mindestalter, um bei der Bundeswehr dienen zu können, beträgt 17 Jahre. Da es zurzeit in Deutschland keine Wehrpflicht mehr gibt, ist diese Mindestvoraussetzung völlig legal, sofern die Eltern zustimmen. Auch der Vorwurf, dass minderjährige Soldaten zu Kampfeinsätzen herangezogen werden, greift ins Leere. Zuerst einmal müssen sie die Allgemeine Grundausbildung (AGA) durchlaufen. Nach Spezialausbildungen, die sie zu Kampfeinsätzen befähigt, sind diese Jugendlichen längst volljährig. Also sind die aktuellen Diskussionen und die Vorwürfe mehr als müßig. Bei der Bundeswehr gibt es definitiv keine Kindersoldaten.

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