Montag, 11.12.2017 08:49 Uhr

Athens Regierung reagiert auf türkische Provokationen

Verantwortlicher Autor: Felix Pfitscher Frankfurt/Main-Athen, 04.03.2017, 15:28 Uhr
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Athen ist die flächengrößte und bevölkerungsreichste Stadt des Landes
Athen ist die flächengrößte und bevölkerungsreichste Stadt des Landes  Bild: Konstantinos Goulis

Frankfurt/Main-Athen [ENA] Griechenland ist vorbereitet. Zitat: vom griechischen Außenminister Kotzias. Die Türkei würde einen großen Fehler machen, wenn sie der Ansicht ist, Griechenland sei schwach, wegen der ökonomischen Krise, um die Sicherheit und die Souveränität des Landes zu schützen, "der täuscht sich gewaltig"

Die Anspannung zwischen der Türkei und dem EU-Mitglied Griechenland verschärfen sich Monat für Monat zunehmend und nehmen hinsichtlich bereits schärfere Formen an. Vor einigen Tagen kam es offensichtlich im Grenzgebiet der “beiden“ Nato-Staaten zu einem militärischen Zwischenfall. Die griechische Regierung wirft der Türkei, laut Medienberichten, eine bewusst, provozierende Verletzung seiner Hoheitsgewässer in der Ägäis vor. Ein bis an die Zähne bewaffnetes Kriegsschiff der türkischen Marine sei in Begleitung von zwei weiteren kleineren Militärbooten kurzzeitig in griechische Gewässer rund um die unbewohnten Imia-Inseln eingedrungen.

Griechische Flagge

Häufig donnern türkische Phantoms und F16-Jets im Tiefflug direkt über die bewohnten griechischen Ägäis-Inseln hinweg. Immer häufiger registrieren die Griechen über der Ägäis Verletzungen ihres Luftraums durch die türkische Luftwaffe. In einem Fernsehinterview beim griechischen privaten Fernsehsender SKAI, unterstrich Griechenlands Außenminister, Nikos Kotzias, in Bezug auf das provokative Verhalten der Türkei gegenüber Griechenland in der Ägäis, dass sein Land, ohne provokativ zu sein, eine geeignete rechtliche, politische und diplomatische Antwort auf jede Aktion der Türkei in der Ägäis hat und dementsprechend darauf vorbereitet ist.

Die Türkei würde einen großen Fehler machen, wenn sie glaube, Griechenland sei schwach, wegen der ökonomischen Krise, um die Sicherheit und die Souveränität des Landes zu schützen. Dieser militärische Zwischenfall zeigt, wie gefährlich Erdogans Großmacht-Fantasien sind, der sich gerne als türkischer Sultan selbst verherrlicht. Türkei setzt ihre Provokationen in den letzten Tagen fort und erhöht die Spannung im Ägäischen Meer durch Einsetzung ihres hydrographischen und zeanographischen Forschungsschiffes „Cesme”. Das Schiff operiert in dem Dreieck zwischen Berg Athos, Limnos und Samothraki während es von griechischer Seite streng beobachtet wird.

Die diplomatischen Verhältnisse zwischen Ankara und Athen sind verhärtet. Verbale Beleidigungen von Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gegenüber dem griechischen Verteidigungs-Minister Panos Kammenos, der ihn beschimpft hat als “Ein verwöhntes Kind mit Komplexen” und bedrohte Griechenland mit der Behauptung, dass das türkische Militär seine Kraft zeigen könne. Das Verhalten Erdogans, der türkischen Regierung und des türkischen Militärs ist jedenfalls dermaßen arrogant, wie man es ansonsten nur vom Nordkoreanischen Machthaber „Kim Jong-un“ kennt.

Zu einer wachsenden Belastung wird auch der anschwellende Zustrom illegaler Einwanderer aus der Türkei. Zu Hunderten kommen die Armutsflüchtlinge fast täglich “nachts“ über den türkisch-griechischen Grenzfluss Evros (Meric) und in Booten von der kleinasiatischen Ägäis-Küste zu den griechischen Inseln. Im letzten Jahr fassten die griechischen Grenzpatrouillen ca. 88 000 illegale Grenzgänger. In ihrer großen Mehrheit kamen sie über die Türkei ins Land.

Zwar hat sich Ankara schon im Jahr 2001 verpflichtet, illegale Einwanderer, die über ihr Territorium nach Griechenland gelangen, wieder zurückzunehmen. Die türkischen Behörden setzen allerdings das Abkommen nach wie vor nicht in vollem Maße um! Nach dem Putschversuch, stellen zahlreiche türkische Diplomaten und deren Angehörige einen Asylantrag in der EU, insbesondere in Deutschland. Das “Erdogans Operetten Sultanat“ wird mit Sicherheit weiter für Schlagzeilen sorgen. Text: Felix Pfitscher & Konstantinos Goulis

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