Freitag, 18.08.2017 08:48 Uhr

Reminiszenzen zu einem Hafenfest an der Oder

Verantwortlicher Autor: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Mescherin, 04.07.2017, 08:15 Uhr
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Vor Ortseingang rustikal  -  der Hinweis.
Vor Ortseingang rustikal - der Hinweis.  Bild: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle

Mescherin [ENA] Hafenfeste gibt es in vielfältiger Form und sind generell als Volksfeste beliebt. Doch das Mescheriner Hafenfest ist etwas Besonderes. Eines der größten Schlachtfelder in den letzten Apriltagen 1945, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges, war hier. Genau auf diesem Areal wurde gefeiert- Lebensfreude.

Kommt der Besucher nach Mescherin, wird er keineswegs sofort mit der Erinnerung an die brutalsten Tage vor dem Ende des Krieges konfrontiert. Im Gegenteil. Direkt an der Westoder gelegen, hat das Dorf noch den Hauch eines provinziellen Lebens, scheint etwas verschlafen, fast vergessen zu sein. Die Dorfstraße endet hier. Und doch kommen Hunderte aus der näheren Umgebung, um das Hafenfest zu feiern. Einen Hafen, im eigentlichen Sinne des Wortes gibt es nicht. Einen Kai aus Beton, an dem ab und zu Sportboote anlegen. Das ist alles. Es sind die Menschen, die hier leben, die mit einem beispielhaften Engagement sich bemühen, den Bogen vom grausamen Schlachtfeld von Gestern in das Heute zu spannen, wissend, dass der Frieden das höchste Gut ist.

Vom Areal des Hafenfestes sind es nur gut 5 Minuten zu Fuß, um den Grabstein des Gedenkens an die Toten der letzten Kriegstage vor Augen zu haben. Nur weitere Meter zu Fuß - das Dorf endet hier, ist ein Denkmal, selbst finanziert von Herrn Günther Höppner, der als Kind die letzten Kriegstage miterlebte. 1.711 Soldaten der Deutschen Wehrmacht, 812 Soldaten der Sowjetarmee und 250 Schülersoldaten aus Flandern verloren hier auf diesem kleinen Areal ihr Leben. Mit Recht spiegelt das Hafenfest die heutige Lebensfreude wider. Gut zu wissen, dass in der EU die Wahrung des Friedens oberstes Gebot ist und bleibt. Der Bogen vom Gestern in das Heute. Das Hafenfest- die Zukunftsgewißheit.

Die Oder, im Hintergrund die Brücke nach Polen. Der einstige Brückenkopf Mescherin.
Ein Schalmeienzug begeistert die Gäste.
Die Freiwillige Feuerwehr darf nicht fehlen.
Ein Kuchenbasar läd ein.
Neptun kommt- das Fest nähert sich dem Höhepunkt.
Neptun mit seinem Gefolge auf dem Weg zur Tribüne.
Besonders engagierte Bürger werden auf der Tribüne eingeseift, um dann mit 2 Eimern voll Wasser die Rasur zu beenden.
Die Dusche hat es in sich. Fast mitleidig beobachtet das Publikum diese besondere Ehrung.
Einer der Organisatoren - ehrenamtlich Herr Schmidt-Roy.
Im Gedenken der Kriegstoten am Brückenkopf Mescherin vom 19. bis 25. April 1945.
Ein Denkmal vom Zeitzeugen Günther Höppner finanziert und errichtet.
Die Gedenktafel.
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