Samstag, 18.05.2013 15:41 Uhr

Michèle Fuchs ist 2. Bergwiesenkönigin

Verfasser: K.-W. Fleißig Friedrichshöhe/Landkreis Hildburghausen, 03.08.2012, 10:51 Uhr
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Michèle Fuchs (links) ist Bergwiesenkönigin 2012
Michèle Fuchs (links) ist Bergwiesenkönigin 2012  Bild: © K.-W. Fleißig

Friedrichshöhe/Landkreis Hildburghausen [ENA] Königlich ging es am 28. Juli 2012 im kleinen beschaulichen thüringischen Ort Friedrichshöhe im Landkreis Hildburghausen zu. Zum nunmehr dritten Male fand hier im „Herzen der Bergwiesen“ das gleichnamige Bergwiesenfest mit der Krönung der zweiten Bergwiesenkönigin statt.

Organisiert wurde es vom „Heu – Heinrich“ Meusel und der Pension Arnika mit tatkräftiger Unterstützung von Vater Florian Meusel sowie des Landschaftspflegeverbandes und des Naturparks Thüringer Wald. Für beste Stimmung im Festzelt sorgten die feschen Buam des „Salzburg-Express“ aus dem Lungau im Salzburger Land. Schmissig, flott und zum Tanzen bestens geeignet war die Oberkrainer Musik. Ein kurzer Starkregen zu Beginn des Festes tat der Stimmung keinen Abbruch - die Plätze im weiten Rund des Zeltes füllten sich trotzdem immer mehr. „Wir haben etwas Regen mitgebracht, damit die Bergwiesen grünen“, war denn auch gleich ein lockerer Spruch aus den Reihen der Musiker.

Zusammenarbeit der Naturparks

Den Naturpark Thüringer Wald und den österreichischen Naturpark Riedingtal aus dem Lungau verbinden seit nunmehr 15 Jahren enge freundschaftliche Partnerschaftsbeziehungen. Das sehen übereinstimmend der Geschäftsführer vom Naturpark Thüringer Wald Florian Meusel als auch Wolfgang Eder, Bürgermeister aus Mauterndorf im Lungau. Kontakte zwischen den Bürgermeistern, Fachleuten, als auch Touristikern sind Bestandteil dieser Beziehungen – aber auch Musikgruppen aus beiden Ländern, wie die Singertaler, haben bereits Kontakte geknüpft. Diese Beziehung zwischen den beiden Naturparks, so Florian Meusel, sei überhaupt der einzige Staatsvertrag zwischen Deutschland und Österreich auf dem Gebiet der länderübergreifenden Naturparkarbeit.

Am Freitag sind die österreichischen Gäste in Friedrichshöhe angereist. Zusammen mit den Musikern und Bürgermeister Eder sind auch die Bürgermeister Alfred Pfeifenberger aus Zederhaus, Manfred Sampl aus St. Michael und Peter Perner aus Lessach aus dem Lungau dabei. Bürgermeister Eder ist Obmann des Regionalverbandes, der die Partnerschaft mit dem Naturpark Thüringer Wald hegt und pflegt. Bereits fünf Mal führte ihn der Weg nach Friedrichshöhe. „Zusammenarbeit kann nur funktionieren, wenn die handelnden Personen sich verstehen.“ Also muss dafür etwas getan werden.

Als „alter und erfahrener Hase“ in der Thüringer und Lungauer Zusammenarbeit sollen so seine drei jungen Amtskollegen – die erstmals im Naturpark Thüringer Wald sind – die Partner vor Ort kennenlernen und die Kooperation auch erfolgreich weiterführen. „Es sind bereits gute Ideen in der Zusammenarbeit geboren worden.“ Auch in der Kooperation zwischen Thüringen und der Landwirtschaftsschule im österreichischen Tamsweg sieht Eder gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Das Besondere auf dieser Schule, so Eder, sei das Kennenlernen der kleinstrukturierten Landwirtschaft und deren gewinnberingenden Umsetzung, so wie es eben auch auf den Waldwiesen der Fall sei.

„Die Thüringer sind nette Leute, also kann das mit den Lungauern auch weiterhin funktionieren“, ist sich Mauterndorfs Bürgermeister Eder sicher. Die Kooperation zu intensivieren, dass auch Thüringer in den Lungau fahren und umgekehrt, den Tourismusaustausch bekannter zu machen, das ist ein beidseitiger Wunsch von Florian Meusel und Wolfgang Eder. Je weiter der Abend voran schritt, desto heißer wurde auch die Stimmung im Festzelt.

Königinnen-Anwärterinnen stellen sich den Prüfungen

Mit dabei an diesem Abend zur Krönung der zweiten Bergwiesenkönigin war natürlich auch die bis dahin die Krone tragende Katharina I. Eigentlich war der Abend international. Da waren Urlaubsgäste aus Holland, die in Scheibe-Alsbach ihr Quartier haben, oder auch die Familie Konrad, die in der Steiermark wohnt und in Friedrichshöhe ein Urlaubshaus ihr Eigen nennt. Nach ca. zwei Stunden Musik und Tanz schritten Florian Meusel und Sohn Heinrich zur Tat. Alle Frauen ab dem 14. Lebensjahr konnten sich am Quiz zur Wahl der 2. Bergwiesenkönigin beteiligen. Für diesen thüringerwaldtypischen Thron waren Natur- und Heimatverbundenheit ebenso gefragt wie das sich Auskennen mit der Natur und Landschaft der Heimat.

So nahmen schließlich 23 Königinnen-Anwärterinnen den „Kampf“ um die Bergwiesen-Krone auf. Die Jury, bestehend aus Bürgermeister Wolfgang Eder, dem Landtagsabgeordneten Henry Worm und dem Forstmann Andreas Lukas vergab die Punkte auf die zwölf Fragen des Testes. „Welche Pflanzen sind Typisch für eine Bergwiese“, „Nenne drei Geräte, die man zum Heumachen braucht“ oder „Was ist Grummet“ waren drei der leichteren oder schwierigeren Aufgaben. Vier der Kandidaten kamen letztendlich ins Stechen um die Wiesen-Krone.

Das waren Kathrin Fuchs aus Steinheid, die Urlauberin Nana Pohl aus Celle, Michèle Fuchs aus Siegmundsburg und Andrea Pommer aus Scheibe-Alsbach. Im Stechen galt es, in einer bestimmten Zeit einer Kuh so viel wie möglich an Milch zu entlocken. Es war natürlich nur ein Kuh-Modell, das schon ein gewisses Fingergeschick von den Kandidatinnen abverlangte. Die mittlerweile hohen Temperaturen im Festzelt brachten die „Melkerinnen“ noch mehr ins Schwitzen.

Michèle Fuchs übernimmt die Regentschaft

Als Siegerin schließlich ging die 18-jährige Michèle Fuchs aus Siegmundsburg hervor. Sie erhielt die Insignien der Bergwiesen für ein Jahr verliehen – eine Krone aus Bergwiesenpflanzen und einen Heurechen. Michèle I. ist Auszubildende für den Beruf einer Augenoptikerin und außerdem in der Freiwilligen Feuerwehr Siegmundsburgs und Scheibe-Alsbachs. „Ich bin hier in Thüringen geboren und aufgewachsen – das ist doch das beste Zeichen für die Naturverbundenheit“, so das aufgeweckte Mädchen. Nun heißt es für ein Jahr, dieses würdevolle Amt mit Leben auszufüllen und würdig zu vertreten.

Einige „Kronjuwelen“ bekommt sie mit auf den Weg. Sie wird Ehrengast öffentlicher Veranstaltungen sein, ein Wohlfühl-Wochenende in der Pension Arnika erhalten und ihrer Majestät wird eine blumenreiche Bergwiese gewidmet werden. Nicht zuletzt erhält sie auch einen Ehrenplatz im neuen großformatigen Bergbauern-Kalender 2013 des Naturparks Thüringer Wald. „Wahnsinnsstimmung und sehr gute Besucherzahlen“, das ist das Fazit von Florian Meusel zum 3. Bergwiesenfast. --- Bericht erstellt am 30.07.2012, zuletzt geändert am 03.08.2012

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