Freitag, 19.09.2014 15:47 Uhr

Memoiren von Gerhard Mayer-Vorfelder vorgestellt

Verfasser: Raimund Gründler Stuttgart, 17.02.2012, 18:41 Uhr
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Stuttgart [ENA] Lange waren sie schon erwartet worden, die Memoiren von Gerhard Mayer-Vorfelder. Am 10. Februar war es nun soweit: Der profilierte Politiker und Fußballfunktionär aus Stuttgart legte seine Erinnerungen vor. Unter dem Titel „Ein stürmisches Leben“ ruft er die zentralen Stationen seines persönlichen Werdegangs, seiner beruflichen Karriere und seiner Laufbahn als Fußballfunktionär in Erinnerung.

Der ehemalige Minister von Baden-Württemberg, langjährige Präsident des VfB Stuttgart und frühere deutsche Fußballpräsident erzählt von spannenden Begegnungen, umkämpften Entscheidungen und heftigen Kontroversen. Er schildert bewegte Zeiten, die er mit Leidenschaft und Engagement, mit Mut und Stehvermögen meisterte. Es sind Berichte aus einem offensiven Leben, einem Leben gegen den Wind.

Alleine schon die Tatsache, dass diese Memoiren durch EU-Kommissar Günther H. Oettinger vorgestellt wurden, unterstrich den Stellenwert des Autors. Auf der Veranstaltung des Hohenheim Verlags, der die Memoiren verlegte, stellte der ehemalige Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg fest, in der nunmehr sechzigjährigen Geschichte des Landes Baden-Württemberg habe niemand dem Landeskabinett länger angehört, als Gerhard Mayer-Vorfelder: 22 Jahre. 4 davon als Staatssekretär mit Kabinettsrang im Staats- und Finanzministerium, über 10 Jahre als Minister für Kultus, Jugend und Sport und danach 8 Jahre als Finanzminister.

Daneben sei es ihm gelungen, eine bemerkenswerte Karriere als Fußballfunktionär zu machen: 25 Jahre Präsident des VfB Stuttgart, Vorsitzender des DFB-Ligaausschusses und DFB-Präsident. Nachdenklich merkte Oettinger an, er sei sich nicht sicher, ob in der heutigen Zeit eine solche Doppelkarriere nochmals möglich wäre obwohl Gerhard Mayer-Vorfelder immer all seine Ämter mehr als hundertprozentig ausgefüllt habe.

In seiner aktiven Laufbahn gehörte Gerhard Mayer-Vorfelder zu den profiliertesten deutschen Landespolitikern. In der Ankündigung der Memoiren schrieb der Hohenheim Verlag hierzu: „Weder auf dem Feld des Fußballs noch auf dem Parkett der Politik gehörte Mayer-Vorfelder je zu den Leisetretern. Weggucken, wegschauen, den bequemen Weg gehen kam nie in Frage. Der Einser-Jurist suchte das Heil stets in der Offensive – im Fußball wie in der Politik.“

Entsprechend groß war das Interesse an diesem Buch schon vor der Veröffentlichung. Am Tag der offiziellen Buchvorstellung wartete die Bild-Zeitung bundesweit mit einem großen Vorabdruck auf. Dabei konzentrierte sie sich auf den Fußballfunktionär Gerhard Mayer-Vorfelder. Vor allem eine Passage, die sich auf ein Ereignis in seiner Amtszeit als Präsident des VfB Stuttgart bezog, sorgte für großen Aufruhr in der Fußballszene: Zum UEFA-Cup Finale 1989 schreibt Mayer-Vorfelder:

„Unvergessen bleibt für mich auch das Uefa-Cup-Finale 1989 gegen den SSC Neapel mit Maradona. So gnadenlos wie bei der 1:2-Niederlage in Neapel ist der VfB Stuttgart noch nie verpfiffen worden (...) Erst später kam der Verdacht auf, dass Neapel erreicht hatte, dass der vorgesehene Schiedsrichter ausgetauscht wurde und das Spiel einem griechischen Schiri übertragen wurde. Es war sein letztes Spiel, danach zog er sich in sein Haus zurück, das unmittelbar nach dem Neapel-Spiel aus dem Boden wuchs...“.

Die Stuttgarter Nachrichten wiederum befassten sich in einem ausführlichen Portrait am Tag der Buchpräsentation vor allem auf die Persönlichkeit Mayer-Vorfelder. Und hier wurde ein treffender Bogen vom Buch zum Autor geschlagen: „Noch so ein Werk für den Friedhof der Bücher? Eher nicht. Die 250 Seiten MV halten sich eng an die Regie, die er sich in den dreißig Jahren seines öffentlichen Wirkens stets selbst auferlegte: Langweilig sind nur die anderen“.

So präsentierte sich der Autor auch bei der Buchvorstellung gewohnt agil und kämpferisch und machte den über 300 Zuhörern nochmals deutlich, wieso es ihm immer wichtig war, klar Position zu beziehen: „Politik bedeutet im Kern Auseinandersetzung. Der Kampf um die Mehrheit und für die eigene Überzeugung ist das Wesenseigenste der Demokratie“. Gerhard Mayer-Vorfelder – Ein stürmisches Leben ist erschienen im Hohenheim-Verlag.

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