Montag, 11.12.2017 08:48 Uhr

"Mach' er mir tüchtige Offiziere …

Verantwortlicher Autor: Kurt Reimann Wiener Neustadt/NÖ, 10.10.2017, 18:05 Uhr
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Gruppenbild mit Kaiserin
Gruppenbild mit Kaiserin  Bild: Kurt Reimann

Wiener Neustadt/NÖ [ENA] … und rechtschaffene Männer daraus!“ Bis dato wird dem kaiserlichen Edikt Maria Theresias von 1751 Folge geleistet. In diesem Jahr werden die frischgebackenen Leutnante am 29. und 30. September aus erfolgreichen Diensten in der Elite-Schmiede des Bundesheeres, mit militärischen Ehren, entlassen.

Die Theresianische Militärakademie (kurz MilAk), ihres Zeichens die weltweit älteste, sowie Österreichs einzige Institution ihrer Art, lädt und alle kommen, um den Feierlichkeiten des Ausmusterungsjahrgangs, dessen Patron Christian Philipp Johann Alexander Fürst zu Löwenstein ist, beizuwohnen. Unter den Ehrengästen Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, ein Nachfahre des Generals der Kavallerie, der seinerzeit, ruhmreich, unter Österreichischer Standarte, Karriere gemacht hat.

Marina Pendes
Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (2. Reihe)
Hans Peter Doskozil, Klaus Schneeberger, Alexander Van der Bellen

Des Weiteren geben sich Alexander Van der Bellen, amtierender Bundespräsident und somit Oberbefehlshaber der nationalen Streitkräfte, gefolgt von Hans Peter Doskozil, Bundesminister für Landesverteidigung und Sport, Marina Pendes, Verteidigungsministerin von Bosnien Herzegowina, Magister Klaus Schneeberger, Bürgermeister der Statutarstadt Wiener Neustadt (der Allzeit Getreuen), sowie zahlreiche ranghohe Militärs in der Burg zu Wiener Neustadt die Ehre.

Der Tag der Ausmusterung – die Burg feiert

Der offizielle Auftakt der zweitägigen Zeremonie wird musikalisch gestaltet. Das Burghofkonzert im Atrium des Akademiegebäudes beinhaltet sowohl Marschmusik, als auch Walzer- und Polkaklänge, dargeboten vom MilAk-Gardemusikcorps. Im Anschluß daran steht der Maria Theresien-Platz, die Exerziermeile des Terrains, im Fokus des Geschehens. Hier werden die neuen Leutnante, mit militärisch-rituellem, feierlich-diszipliniertem Ehrenprozedere, von der 'Schulbank' entlassen.

Als Ehrensold für ihre hervorragenden Leistungen erhalten sie, aus der Hand ihres Kommandanten, einen frisch geschliffenen Offizierssäbel, für den man sich, artig salutierend, bedankt. Nach musikalischem Intermezzo erfolgt die Übergabe der Akademieflagge an die neuen Offiziersanwärter, sowie der Treueid: „Für Volk und Vaterland – bis in den Tod!“, der mit dem Grossen Zapfenstreich besiegelt wird. Zum Tagesausklang läßt man es, in Form eines gigantischen Feuerwerks, so richtig krachen. Was wohl Kaiserin Maria Theresia, ihre Rechtschaffenen, vom Sockel ihres Denkmals aus betrachtend, denken mag, als ihr Böller und Raketen um die Ohren fliegen?

Der Tag der Leutnante – die Stadt feiert

Dank der Initiative von Bürgermeister Schneeberger expandieren die Feierlichkeiten bis hinein in’s Zentrum der Garnisonsstadt. In den Vormittagsstunden bietet sich auf dem Hauptplatz Gelegenheit zur Besichtigung auf Tuchfühlung von Waffen und Gerätschaften der Streitkräfte. Der absolute Renner ist ein Panzerfahrzeug, dessen Innenleben kleine Jungen, mit echtem Stahlhelm ausgestattet, erkunden dürfen. Nach bestandener Exkursion, zu der das Gardecorps mit schmissiger Militärmusik gratuliert, gibt es eine Stärkung aus der Gulaschkanone.

MilAk-Kommandant Generalmajor Karl Pronhagl

Nach Jubel, Trubel, Heiterkeit wird es dann auf dem kaiserlichen Paradeplatz der MilAk wieder ernst. Unter den Augen von Bundespräsident Van der Bellen leisten die neuen Offiziere, nachdem dieser, sowie der Verteidigungsminister und MilAk-Kommandant Generalmajor Karl Pronhagl ihre Festreden gehalten haben, ihren Treueschwur und werden somit in den Berufs- und Milizstand der Armee übernommen. Nach der Übergabe eines weiteren Ehrensäbels, symbolisch für alle erfolgreichen Absolventen, werden diese ihrem Oberbefehlshaber persönlich vorgestellt, bevor Kaiserin Maria Theresia zum Erinnerungsfoto, ihr zu Füssen, bittet.

Krönender Abschluß, zu Ehren der Neuoffiziere, ist eine Militärparade, zu Lande (per pedes, auf Rädern und Panzerketten) und aus der Luft. Der Höhepunkt des Finalspektakels sind vier Eurofighter, die sich, düsend im Sauseschritt, nur ein paar Sekunden lang betrachten lassen. Ob deren Piloten beim Überfliegen der VIP-Tribüne die Hand, zum Gruß, vom Steuerknüppel nehmen, sei dahingestellt. Fakt ist, daß Mauern und Fensterscheiben wackeln.

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