Freitag, 23.02.2018 05:05 Uhr

Lkw – Der Tod auf Rädern.

Verantwortlicher Autor: Rolf Fischer Berlin, 24.01.2018, 17:12 Uhr
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Unfall mit Lkw.
Unfall mit Lkw.  Bild: Frei Pixabay (Foto: wikimediaImages)

Berlin [ENA] Fast täglich berichten die Medien über schwere Lkw Unfälle, bei denen Personen schwer verletzt oder getötet werden. Als häufigste Unfallursachen werden Müdigkeit und Ablenkung der Fahrer angegeben. Die Polizei erhöht jetzt die Lkw Kontrollen auf den Autobahnen.

Unfälle, an denen Lkw beteiligt sind, enden oft dramatisch für die betroffenen Personen. Erst kürzlich ist auf der A61 eine Polizistin ums Leben gekommen. Immer wieder gibt es Bilder von Unfällen, bei denen Lkw ungebremst in Stauenden gefahren sind. Obwohl die Ursachen für diese schweren Unfälle vielfältig sind, tragen die Fahrer der Lkw die Hauptschuld. Nun ist die Bekämpfung der Unfallursachen dringend geboten.

Die Ursachen.

Unfallforschungen belegen, dass die Ursachen für Lkw – Unfälle sehr vielschichtig sind. 59 Prozent der unfallbeteiligten Lkw-Fahrer sind auch Unfallverursacher gewesen. Oft wird ermittelt, dass übermüdete Fahrzeuglenker beteiligt gewesen sind. Nicht selten ist der Tag – Nacht – Rhythmus gestört. Die Fahrer können in den Ruhepausen auf Rasthöfen nur selten ungestört schlafen. Der Konkurrenzdruck im Güterfernverkehr ist immens hoch. Diesen Druck geben die Speditionen an die Fahrzeugführer weiter, so dass es immer wieder zu Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeitenverordnung kommt.

Als weitere Ursachen werden überhöhte Geschwindigkeit und Ablenkung der Fahrer genannt. Um Ladetermine einzuhalten wird gerne mal zu schnell gefahren. Die Speditionen disponieren bei den Terminen sehr eng und machen Druck auf die Fahrer. Desweiteren ist festgestellt worden, dass in den Führerhäusern, neben dem Fahren, häufig auch andere Tätigkeiten verrichtet werden. Diese reichen vom bedienen eines Laptops, Tablets oder Handys bis hin zum Kaffee kochen, Zeitung lesen und dem Schneiden von Fußnägeln. Es liegt auf der Hand, dass diese Verrichtungen vom Geschehen auf der Straße ablenken. Selbst Fahrten unter Alkoholeinfluss sind keine Seltenheit.

Was ist zu tun?

Schon lange fordern Gewerkschaftsvertreter, die Arbeitsbedingungen für die Fahrer zu verbessern. Das gilt natürlich nur für deutsche Fahrer. Viele Speditionen sind aber dazu übergegangen ausländische Zugmaschinen, nebst Fahrern, anzuheuern, die dann die deutschen Trailer über die Straßen ziehen. Diese müssen sich zwar an die deutschen Vorschriften halten, deutsche Tarifverträge gelten für diese aber nicht. Ab 2018 sind Notbremsassistenzsysteme in neue Lkw verpflichtend vorgeschrieben.

Eine Pflicht zur Nachrüstung älterer Lkw gibt es nicht. Viele Lkw besitzen diese Assistenten, doch die Unfallermittler haben herausgefunden, dass diese von den Fahrern abgeschaltet werden. Es müssen also Systeme verpflichtend eingeführt werden, die nicht abschaltbar sind. Viele ausländische Lkw, die über deutsche Straßen fahren, sind schlichtweg Verkehrsuntauglich. Hier muss viel mehr kontrolliert werden, damit diese Schrottfahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden können.

Schwere Unfälle mit Lkw werden nie vermieden werden können. Es kann aber sehr viel getan werden, dass die Unfallzahlen sich verringern oder Unfälle weniger dramatisch enden. Weiterführende Informationen: http://bast.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/211/pdf/M174.pdf https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/TransportVerkehr/Verkehrsunfaelle/UnfaelleGueterkraftfahrzeuge5462410157004.pdf?__blob=publicationFile

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