Samstag, 21.10.2017 12:30 Uhr

Flughafen Hahn verkauft

Verantwortlicher Autor: Lars Kitschke Mainz/Lautzenhausen, 10.08.2017, 20:12 Uhr
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Boeing 747 der HNA-Tochter Yangtze River auf dem Hahn
Boeing 747 der HNA-Tochter Yangtze River auf dem Hahn  Bild: Lars Kitschke

Mainz/Lautzenhausen [ENA] Das Land Rheinland Pfalz hat sich von seinem Anteil am defizitären Flughafen Frankfurt/Hahn getrennt. Für 15,1 Millionen Euro wechselten die 82,5 %, der Anteile welche das Land bisher hielt, den Besitzer. Neuer Mehrheitseigner ist die chinesische HNA Group.

Vor allem im Mainzer Innenministerium dürften Viele tief durchgeatmet haben, als nach einem abschließenden Notartermin der Verkauf der ehemaligen US-Airbase perfekt war. Nach der Pleite im letzten Jahr, als man augenscheinlich einem Betrüger aufgesessen ist, war man diesmal praktisch zum Erfolg verdammt. Ob nun Ruhe einkehrt und wie es mit dem Flughafen weiter geht ist allerdings nicht so klar. Die chinesische HNA Group ist in der Luftfahrt kein unbeschriebenes Blatt, ihr gehören unter anderem mehrere Airlines und verschiedene branchennahe Dienstleister, wie sie Swissport.

Das Passagiergeschäft am Hahn hängt wie an kaum einem anderen Flughafen stark vom Wohlwollen der irischen Fluglinie Ryanair ab. Und gerade hier drohen Probleme, denn Ryanair ist seit rund vier Monaten auch in Frankfurt und Luxemburg aktiv. Speziell die Wachstumspläne in Frankfurt sollten die neue Geschäftsführung aufhorchen lassen, denn schon zu Beginn des Winterflugplanes expandieren die Iren auf dem Rhein-Main Airport gewaltig. Damit stellt sich dann die Frage, welcher Passagier nimmt noch den Weg in die Eifel auf sich, wenn er bequem von Frankfurt aus an seinen Zielort reisen kann.

Der neue Eigentümer hat indes angekündigt, zeitnah wöchentlich drei zusätzliche Frachtflüge und drei Passagierflüge aus China an den Hahn zu bringen. Ob das ausreichend ist, die 314 Arbeitsplätze vor Ort und die indirekt vom Flughafen abhängenden Jobs in der Umgebung zu erhalten, wird die Zeit zeigen müssen. Leider haben deutsche Flughäfen mit chinesischen Investoren nicht immer die besten Erfahrungen gemacht. Ein wenig erfolgreiches Beispiel hierfür ist der Flughafen Schwerin-Parchim, welcher heute als Abstellfläche für nicht benötigte Flugzeuge dient.

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