1072 Zigaretten für jeden -ist Rauchen sexy?
Berlin/Wiesbaden [ENA] Rund 1072 Zigaretten und 52 Zigarren/Zigarillos konnte jeder der 81,7 Mio Menschen in Deutschland (vom Säugling bis zum Greis) im letzten Jahr rauchen. 4,8% mehr als 2010. (Datenquellen: www.destatis.de) Höhere Tabaksteuern und mehr Raucher. Ist Rauchen so sexy?
Insgesamt 87,6 Mrd. Zigaretten wurden im letzten Jahr versteuert, 4,8% mehr als im Vorjahr. Somit mehr Konsum, trotz Erhöhung der Tabaksteuern 2011 und zu Beginn des Jahres 2012: Mehr Steuern = mehr Rauch(er)? So könnte man den jüngsten Bericht des statistischen Bundesamtes, Wiesbaden, interpretieren, das von Einnahmen in Höhe von 24,5 Mrd. Euro aus der Tabaksteuer (Zigaretten, Zigarren, Zigarrillos, Feinschnitt und Pfeifentabak) berichtet. 8,8% oder rund 2,2 Mrd. mehr Steuern als im Jahr 2010. Pro Kopf haben die Bundesbürger aller Altersgruppen also insgesamt 300,-- Euro für Tabakwaren ausgegeben.
Der Einnahmezuwachs ist nicht nur auf die Erhöhung der Tabaksteuer, sondern auch auf einen deutlich gesteigerten Absatz zurückzuführen. 4,8 % mehr Zigaretten, sogar 21,1% mehr Pfeifentabak und 6,3% mehr Zigarren und Zigarillos wurden konsumiert. Sicherliche spielen Hamsterkäufe vor den avisierten Steuererhöhungen eine Rolle. Ob Hamsterkäufe allein den Konsumzuwachs erklären können ist fraglich. Publikationen des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes wiesen bis 2010 auf eine Abnahme der Raucher auf 26% der Bevölkerung hin. Tendenz damals weiter abnehmend. Doch im letzten Jahr lag der Pro- Kopf- Verbrauch bei „nur“ 1022 Zigaretten, 49 Zigarren/Zigarillos. Ein Trend hin zur selbstgedrehten Zigarrette?
Seit 2006 hat der Verbrauch von Feinschnitt kontinuierlich zugenommen. Anscheinend sind einige Raucher zu „Selbstdrehern“ geworden. Eventuell steckt also mehr hinter den Zahlen. Ein Trend zu zurück zum Rauchen? Die Aufklärung über die Risiken des Rauchens bleibt also weiterhin eine wichtige Aufgabe. Denn Rauchen gefährdet nicht nur weiterhin die Gesundheit der Raucher und der zahlreichen Passivraucher.
Tatsächlich „kosten“ Raucher insgesamt 7,5 Milliarden Euro jährlich, die für die Versorgung von Krankheiten und Gesundheitsproblemen die durch den Tabakkonsum ausgelöst wurden ausgegeben werden. Hinzu kommen Kosten durch Erwerbsunfähigkeit, Frühverrentung und Todesfälle, so daß sich die direkt und indirekt verursachten Kosten laut einer Publikation von S. Neubauer des Institute of Economics and Health, Neuherberg, auf rund 21 Mrd. Euro belaufen können. Darin sind jedoch die Kosten für durch Passivrauchen verursachte gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht enthalten. Die Kostenbilanz geht also zu Ungunsten des Rauchens aus.
Und Rauchen kann Leben verkürzen. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rangiert Lungenkrebs weit oben in der Statistik der Todesursachen in Deutschland. Ein abnehmender Trend ist nicht zu beobachten. Auch andere Krebserkrankungen insbesondere des Mund- und Rachenraumes treten gehäuft bei Rauchern auf. Daneben plagen den Raucher häufiger als andere Bürger Atemwegserkrankungen.
Und Rauchen ist nicht sexy sondern Rauchen macht „hässlich“. Die Mundgesundheit von Rauchern läßt zu wünschen übrig. Neben den charakteristischen Zahnverfärbungen und dem speziellen Mundgeruch, können Raucher mit häufigerem Auftreten von Paradontitis sowie Zahnausfall und Problemen mit Zahnersatz wie auch Implantaten rechnen. Die schlechtere Durchblutung verschiedenster Hautpartien führen zu einem fahlen Teint – und – was die Durchblutung von des Mannes besten Stückes anbelangt – zudem zu mangelnder Potenz. Gründe genug, gute Vorsätze für 2012 endlich in die Tat um zu setzen. Und die Tabaksteuereinnahmen 2012 endlich einbrechen zu lassen.




















































