Dienstag, 09.08.2022 04:17 Uhr

Telefonbetrug: Übergabe von Schmuck auf EDEKA-Parkplatz

Verantwortlicher Autor: Jochen Behr Würzburg/Sanderau, 08.07.2022, 18:35 Uhr
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Würzburg/Sanderau [ENA] Kripo Würzburg bittet um Zeugenhinweise: Am Donnerstag ist eine Seniorin aus dem Landkreis Regensburg Opfer von Telefonbetrügern geworden. Sie reiste mit ihrem Pkw nach Würzburg, um auf einem Supermarkt-Parkplatz Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro an eine unbekannte Abholerin zu übergeben. In diesem Zusammenhang hofft die Kripo Würzburg nun auch auf Zeugenhinweise.

Zunächst hatte sich ein Anrufer am Festnetztelefon der Geschädigten als Polizeibeamter ausgegeben und behauptet, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursacht hätte. Zur Abwendung einer Gefängnisstrafe sollte die Seniorin für eine Kaution in Höhe von 28.000 Euro aufkommen. Da sie das Geld nicht aufbringen konnte, wurde die Übergabe von Schmuck auf einem Supermarkt-Parkplatz in Unterfranken vereinbart.

Die Dame ahnte nicht, dass sie Betrügern aufgesessen war. Sie machte sich in Sorge um ihren Sohn mit dem Pkw auf den Weg in das rund 200 Kilometer entfernte Würzburg. Auf einem EDEKA-Parkplatz in der Randersackerer Straße kam es gegen 16.00 Uhr zu der vereinbarten Übergabe. Der Wert des erbeuteten Schmucks dürfte sich nach ersten Schätzungen auf eine niedrige fünfstellige Summe belaufen.

Von der Abholerin ist lediglich bekannt, dass sie etwa 30 Jahre alt, blond und mit einer Jeanshose bekleidet gewesen sein soll. Eine genauere Beschreibung liegt bislang noch nicht vor. Wer die Übergabe des Schmucks möglicherweise beobachtet hat oder wer sonst sachdienliche Hinweise geben kann, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten, wird dringend gebeten, sich unter Tel. 0931/457-1732 mit der Kriminalpolizei Würzburg in Verbindung zu setzen.

Leg‘ auf! Die Präventionskampagne des Polizeipräsidiums Unterfranken: Aufgrund der weiterhin hohen Fallzahlen im Bereich Callcenter-Betrug und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, aber auch den psychischen Folgen für die Betroffenen, hat sich das Polizeipräsidium Unterfranken Ende 2020 dazu entschieden, zum Schutz der Opfer auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nochmals aktiv zu werden und die Präventionskampagne “Leg´auf!” gestartet.

Das Ziel dieser Kampagne ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben. Die wichtigsten Botschaften sind: Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.

Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben! Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen! Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)! Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen! Weitere Informationen: https://www.polizei.bayern.de/schuetzen-und-vorbeugen/senioren/004577/index.html

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