Donnerstag, 23.03.2017 11:26 Uhr

Neckar castorfrei

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Heilbronn, 05.03.2017, 20:42 Uhr
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Kundegebung Kiliansplatz
Kundegebung Kiliansplatz  Bild: Wolfgang Weichert

Heilbronn [ENA] Der Testlauf für einen Castor-Transport auf dem Neckar wurde seitens der EnBW beendet. Am Samstag hat die geplante Atommüll-Verschiffung noch einmal hunderte Gegner mobilisiert. Nach Polizeiangaben folgten etwa 650 Menschen dem Aufruf des Aktionsbündnisses "Neckar castorfrei" zu einer Kundgebung.

"Wir wollten vor dem Jahrestag der Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 ein Zeichen setzen und vor Castor-Transporten auf dem Fluss durch dicht besiedeltes Gebiet warnen", sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses, Herbert Würth. Die EnBW will 15 Castorbehälter mit 342 abgebrannten Brennelementen aus dem abgeschalteten Kernkraftwerk Obrigheim (Neckar-Odenwald-Kreis) in das Zwischenlager nach Neckarwestheim (Landkreis Heilbronn) bringen. Zu Testzwecken hatte sie dafür leere Atommüllbehälter über den Neckar verschifft. Der Probelauf sei bis jetzt erfolgreich gewesen, sagte EnBW-Sprecherin Angela Brötel am Samstagmorgen - vor dem Ausladen der leeren Behälter – gegenüber dem SWR.

Viele Gegner der Castor-Transporte hätten befürchtet, dass es vor allem an den Schleusen zu Problemen kommen könnte, so Brötel. "Aber wir sind bisher sehr zufrieden. Und dann werten wir das noch alles in Ruhe aus", erklärte sie. Vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) fehlt jedoch noch die Genehmigung für die Schiffstransporte mit den echten Brennelementen. Mit der Genehmigung wird im Laufe des Jahres gerechnet. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat keine Bedenken. Dem SWR sagte sie: "Beide Kernkraftwerks-Standorte verfügen über keinen Anschluss mit dem Zug. Die andere Alternative wäre also ein Straßentransport. Und deswegen kann ich mir durchaus vorstellen, dass es eine vernünftige Alternative ist".

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