Freitag, 18.05.2012 11:39 Uhr

Sizielien, mehr Italien geht nicht

Verfasser: Jan Rakowski Catania, 08.02.2012, 14:23 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 1977x gelesen
Es war eine schöne Zeit mit euch.
Es war eine schöne Zeit mit euch.  Bild: Sonja Stäbe

Catania [ENA] Catania auf Sizilien im Januar. Milde Temperaturen von 14 bis 18 Grad, Sonnenschein und durchweg freundliche Menschen. Guter Espresso ab 60 Cent und Mittagessen ab zwei Euro. Märkte, bei denen deutsche Aufsichtsbehörden die Hände über den Kopf schlagen, geordnetes Chaos. Lebensfreude pur.

Bereits nach der Landung auf dem Flughafen von Catania sieht man die ersten Palmen, der erste Atemzug beim Aussteigen aus dem Flugzeug lässt bemerken, das hier die Uhren anderes ticken. Salz liegt in der Luft, mediterraner Duft, allgemeines Treiben auf einem Flughafen, welches aber nicht als unangenehm empfunden wird. Selbst das Warten auf unseren Fahrer, für Deutsche untypisch, wird gelassen und als selbstverständlich hingenommen. In einem viel zu kleinen Fahrzeug mit zu viel Gepäck geht es zusammengequetscht nach Ramacca, einem kleinen Ort gut 30 Minuten entfernt von Catania. Die Landschaft, Orangenbäume und Artischocken am Straßenrand lassen die doch anstrengende Tour über Stock und Stein wie im Flug vergehen.

Ramacca auf Sizilien

Besuch bei der Familie Pino in Ramacca, wir werden herzlichst begrüßt, stolz zeigt man uns das Haus und den Garten in dem Orangen, Mandarinen und Zitronen gedeihen die in Geschmack und Saftigkeit nicht zu übertreffen sind. Essen im Kreise der ganzen Familie, frische Produkte mit ganz viel Liebe zubereitet. Es wird geredet, guter Wein serviert, Sprachbarrieren scheint es nicht zu geben. Hände und Füße, gutes und schlechtes Englisch, Speisekartenitalienisch. Wir verstehen uns, lachen und genießen. So viel Gastfreundschaft und die Selbstverständlichkeit das Essen zu teilen ist uns fast ein wenig peinlich. Essen wie malen. Schön ist es hier, herzlich und ehrlich. Dennoch sitzt uns der Flug in den Knochen und freuen uns auf ein Bett.

Homeshopping mal anders
Früh am Morgen
Interessant

Zurück in Catania beziehen wir unser Hotelzimmer direkt am Bellini Denkmal mitten in der Stadt. Oberster Stock, zwei bis auf den Boden reichende Fenster mit einem kleinen Balkon geben uns einen Ausblick auf das Treiben. Helle freundliche Zimmer ein sauberes Bad und freundliche Hotelmitarbeiter runden den guten ersten Eindruck ab. Auf ins Getümmel. Ampeln sind hier Mangelware, wir passen uns an. Eine Straße zu überqueren ist einfacher als man denkt. Einfach auf die Straße gehen, Autos und vor allem Scooter werden automatisch langsamer, halten an. Klasse finden wir das. Mit viel Mut und noch mehr Rutine wird es zur Selbstverständlichkeit. Das bilden wir uns zumindest ein.

Ohne vorher Reiseführer studiert zu haben, machen wir uns auf Entdeckungstour. Alte ehrwürdige Gemäuer, kleine und große Kirchen, mächtige Plätze umzäunt von palastartigen Gebäuden schinden Eindruck. Geschäftiges Treiben an jeder Ecke. Vor allem aber gibt es in jedem Café einen sehr guten Espresso für kleines Geld und sehr freundliche Bedienung kostenlos dazu. Die Läden, Boutiquen und Geschäfte sind sehr gut besucht. Von wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Italien merkt man hier nicht wirklich was. Aufgrund des Streikes gibt es keinen Kraftstoff zu kaufen, trotzdem fährt jeder irgendwie, nur nicht mit dem Fahrrad.

Das Treiben am frühen Morgen
Auch hier ganz viel Ruhe
Immer in Bewegung

Milde 18 °C bei herrlichem Sonnenschein bringen Herz und Seele in Einklang. Ein Besuch auf dem täglich stadtfindenden Markt mit seinen Farben, frischen Produkten und den Menschen hat was Magisches. Immer wieder findet man etwas Neues. Lila Blumenkohl, Verkäufer welche lautstark ihre Produkte anpreisen dabei aber nicht aufdringlich wirken. Man schaut in Gesichter welche von Arbeit oder von Wein gezeichnet sind. Authentisch ist das Szenario, und das täglich auf´s Neue. Natürlich waren wir hier auch essen. Das Preissegment ist weit gefächert, drei Personen incl. Getränke gibt es für unter zehn Euro in Seitenstraßen wo man auch viele Einheimische findet. 65 Euro bei gleicher Personenzahl in den Touristenläden. Also Augen auf.

Farben und Frische
Frischer Fisch
Lila Blumenkohl

Fazit: Catania ist eine lebendige Stadt, wer Trubel und geordnetes Chaos mag, ist hier gut aufgehoben. Eine Stadt mit vielen Facetten, auch für ein verlängertes Wochenende geeignet. Wirklich ruhig wird es nie. Ein Besuch des Ätna, den Weinbergen und Orangenplantagen ist auf eigene Faust oder aber auch organisiert jederzeit möglich. Wirklich interessant wenn man seine Tour selber plant. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und immer hilfsbereit so das man sein Ziel erreicht. Mietwagen gibt es an jeder Ecke, Fahrpraxis kann ich nur empfehlen, vor allem aber ist die Hupe das Wichtigste. Eine Woche zwei Personen Hin- und Rückflug, sowie Hotel für unter 700,- € gebucht direkt bei einer Berliner Fluggesellschaft und einem Onlineportal.

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