Montag, 27.06.2022 23:57 Uhr

Schau über Deportationen von Südwest-Juden nach Gurs

Verantwortlicher Autor: Michael Scheuermann Ludwigshafen/Rhein, 19.06.2022, 11:11 Uhr
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Ludwigshafen/Rhein [ENA] Im Rahmen der ersten Verschleppungen jüdischer Deutscher wurden am 22. und 23. Oktober 1940 über 6000 Personen aus Baden und der Saarpfalz in den unbesetzten Teil Frankreichs deportiert. Genauer: in das französische Lager Gurs. Darüber berichtet eine Ausstellung im Bloch-Zentrum in Ludwigshafen. Auf Roll-ups gedruckte QR-Codes werden weitere Informationen zu den Ausstellungsthemen erschlossen.

Das Camp de Gurs in der gleichnamigen französischen Ortschaft nördlich der Pyrenäen war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg das größte französische Internierungslager. Bekannt indes wurde das Lager für die südwestdeutschen Juden am 22. und 23.10.1940 im Rahmen der „Wagner-Bürckel-Aktion“. Sie wurde benannt nach dem für die Gebiete Elsass und Lothringen verantwortlichen Wagner und für den deutschen Gauleiter Josef Bürckel. Das Lager Gurs wurde nicht vom NS-Regime unmittelbar, sondern in dessen Auftrag von der Vichy-Regierung betrieben. Die meisten dieser Häftlinge wurden unter den extremen Bedingungen, die zu einer hohen Mortalitätsrate führten, anschließend von Gurs ab August 1942 erneut deportiert in das Lager Auschwitz-Birkenau.

Seit 1994 ist das Lagergelände eine nationale Gedenkstätte, die die Erinnerung an seine Geschichte der dort Internierten und Häftlinge wach halten soll. Es wird vom Förderverein „Amicale du camp de Gurs“ mit Sitz in Pau betreut. Das Fotomaterial für die Schau wurde u.a. zur Verfügung gestellt vom Stadtarchiv Ludwigshafen. Die Ausstellung konzipierten die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland. Die Inhalte des regionalen Teils wurden kuratiert von Roland Paul (Arbeitsstelle „Geschichte der Juden in der Pfalz“). Die Schau findet bis zum 23. Juni 2022 statt. Der Eintritt ist frei.

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