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Olaf Auer verstorben - 2017 verlor er sein Lebenswerk

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Salzburg-Wien, 26.07.2018, 18:22 Uhr
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Kommerzialrat Olaf Auer ist vorige Woche verstorben. Sein Lebenswerk Cobenzl am Kahlenberg vor 18 Monaten.
Kommerzialrat Olaf Auer ist vorige Woche verstorben. Sein Lebenswerk Cobenzl am Kahlenberg vor 18 Monaten.  Bild: Peter Markl

Salzburg-Wien [ENA] KR Olaf Auer verstarb am 17. Juli im 75. Lebensjahr. Er kam in München am 17. April 1943 zur Welt. Heute wird in der Trauerhalle Jung Abschied genommen, die Bestattung erfolgt am Kommunalfriedhof. Vater Josef und Großmutter Marie prägten seinen beruflichen Lebensweg.

Der Vater zeigte ihm, wie man aus dem Nichts etwas schaffen kann. Aus dem Krieg zurückgekommen, hatte er durch Fleiß und Umsicht bald einige Immobilien. Die Großmutter Marie verwaltete das Spitzenhotel "Österreichischer Hof". Sie besaß ausgezeichnete Kochkenntnisse und konnte damals aufgrund ihres Durchsetzungsvermögens alleine den Riesenbetrieb leiten. Olaf Auer war Fluglehrer, Pilot, Gastronom. Doch noch langen Pilotenjahren bei der AUA, wo er immer wieder den schönen Kahlenberg mit der Brandruine Cobenzl erblickte, reifte in ihm der Entschluß seines Lebens: Das abgebrannte Gelände des Hotel- und Restaurationsbetriebes Cobenzl am Wiener Kahlenberg neu aufzubauen. Die Gemeinde Wien sucht schon lange einen Pächter für die Immobilie.

Daher pachtete er als selbstständiger Unternehmer 1983 unbefristet das Areal am Reisenberg (fast 20.000 m2) und schuf mit viel Herzblut, Fleiß und finanziellen Mitteln, sicher über 2,5 Millionen Eigenleistung, wieder vier Gebäude. Zahlreiche Hochzeiten, Feste, Bälle und diplomatische Treffen machten die Betriebe wieder zu einem gesellschaftlichen Anziehungspunkt. Prominente gingen ein und aus. Er konnte als Gäste in seinem Refugium Queen Elizabeth II, Elton John, Kofi Anan und die Backstreet Boys begrüssen.

Hatte er noch im November 2011 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien im Rathaus überreicht bekommen, so folgten Jahre später plötzliche Bescheide mit Kündigung des Pachtvertrages. Unzeitgemäß sei der Cafehausbetrieb, so hieß es. Auer, der selbst lange Zeit Obmann der Wiener Kaffeehäuser gewesen war, widersprach vehement und die die vielen Gäste gaben ihm recht, denn zu einem Cafe im Stil der 50er Jahre gehörten eben Plüsch, Marmortische und etwas Kitsch sowie eine schöne Freifläche. 2017 erfolgte die gerichtliche Räumung. Auers geliebter Hund starb mit 11 Jahren an Ort und Stelle (wohl wegen der vielen Hektik). "Jetzt muss unser ganzes Leben umgeplant werden" meinte der 73jährige Ex-Pächter, der jetzt nicht mehr unter uns weilt.

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