Mittwoch, 30.11.2022 01:55 Uhr

Nachlese: »Ballett trifft Kirche«

Verantwortlicher Autor: Brando Martino Dortmund, 15.11.2022, 11:54 Uhr
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Tänzerin Sae Tamura (Japan), Tänzer Filip Kvačák (Slowakei)
Tänzerin Sae Tamura (Japan), Tänzer Filip Kvačák (Slowakei)  Bild: Brando Martino

Dortmund [ENA] Die bekannteste Liebesgeschichte aller Zeiten in einem Gottesdienst gab es am Sonntag (30. 10.) in Dortmund in der voll besetzten ev. Stadtkirche St. Reinoldi mit ungewöhnlichen Szenen. Unter dem Titel "Ballett trifft Kirche" wurde der Gottesdienst tänzerisch.

Der Gottesdienst begann um 11:30 Uhr, bei freiem Eintritt und voll besetzten Kirchenbänken. Zum aktuellen Ballett »Romeo und Julia« mit dem Ballett Dortmund stand das Thema „Gute Absichten“ sowie verschiedene Formen der Liebe im Mittelpunkt. Dazu zeigten die Tänzer*innen Sae Tamura, Filip Kvačák, Simon Jones, Matheus Vaz und Alessandro Ciotta Ausschnitte zur Musik von Sergej Prokofjew, Tobias Ehinger, Geschäftsführender Direktor des Theaters, hielt die Kanzelrede.

Evangelische Stadtkirche. St. Reinoldi - Dortmund
Voll besetzte Kirche
Kanzelrede: Tobias Ehinger, Direktor des Theaters

Zur Musik von Sergej Prokofjew präsentierten die Tänzer*innen Sae Tamura, Filip Kvačák, Simon Jones, Matheus Vaz und Alessandro Ciotta Ausschnitte aus dem weltberühmten Ballett »Romeo und Julia« von William Shakespeare, englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler (26. April 1564 – † 23. April 1616). Pfarrerin Susanne Karmeier und der Reinoldikantor Christian Drengk gestalteten den Gottesdienst. 

Der Porträt-Stich Shakespeares von Martin Droeshout auf dem Titel des „First Folio“ (1623)
Pfarrerin Susanne Karmeier
Christian Drengk, Kantor St. Reinoldi, Foto: Isabella Thiel

Im Mittelpunkt von Jean-Christophe Maillots Choreografie, der wohl der bekanntesten und gleichzeitig tragischsten Liebesgeschichte der Welt stehen, die verschiedenen Formen der Liebe. Ein weiterer Aspekt ist das Thema „Gute Absichten“, die jedoch durch Verkennung der Realitäten direkt in die Katastrophe führen können. So hat sich Pater Lorenzo den Plan ausgedacht, wie Romeo und Julia, die kein Liebespaar sein dürfen, dennoch zusammen kommen.

Er hat den Schlaftrank gebraut, unter dessen Einfluss ein jeder Julia für tot hält und Romeo damit in den Tod treibt. Wie kaum ein anderes Werk zeigt Romeo und Julia die Urmächte menschlichen Lebens: Liebe und Tod. Kaum etwas vermag so zu bewegen. Die Kraft von Liebe und Tod löst existenziellste Empfindungen aus und bewirkt das Beste, aber auch das Abgründigste des menschlichen Lebens. 

Im Gottesdienst mischen sich Auszüge des Balletts mit den elementaren Fragen des Lebens und Glaubens. Liebe – was ist das eigentlich? Wie wirkt sich Liebe aus? Wie weit geht die Liebe und wie weit ist jede bzw. jeder bereit, für Liebe zu gehen? Und vor allem: Ist Liebe wirklich stärker als der Tod?  Vielleicht kann der Tanz die Liebe am eindrücklichsten erzählen…Artikel EKKDo von Nicole Schneidmüller-Gaiser

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