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Ein Portrait - Rosina Pop-Kovács lebt Ballett.

Verantwortlicher Autor: Christian Flühr München, 22.10.2015, 09:26 Uhr
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Eine von Rosina Pop-Kovács Tänzerinnen: Ricci Tauscher.
Eine von Rosina Pop-Kovács Tänzerinnen: Ricci Tauscher.  Bild: Christian Flühr

München [ENA] Rosina Pop-Kovács ist eine bewunderswerte Person. Die ehemalige Profi Ballett-Tänzerin hat sich vor eingen Jahren mit ihrem Projekt Ballett Classique München selbstständig gemacht und kämpft gegen den kulturellen Ausverkauf unserer Gesellschaft, denn Ballett spielt in Deutschland kaum eine Rolle.

Ihre Ballett-Agentur ist eine One-Frau Show, denn Rosina macht alles von der Choreographie, über Kostumlager bis zum Plakate kleben und denkt trotzdem nicht daran aufzuhören. „Wenn ich nicht so viel Herzblut in die Geschichte fließen lassen würde, hätte ich aus ökonomischen Gründen längst das Handtuch werfen müssen.“ erzählt Rosina Pop-Kovács im Gespräch. In den Anfängen förderte der Bezirk Oberbayern das Projekt noch mit einer vierstelligen Summe, das ist heute aber nicht mehr so. Rosina Pop-Kovács bleiben nur die Einnahmen aus den Vorstellungen.

4 Vorstellungen macht sie aktuell mit Ihrer Ballett-Agentur im Jahr. Es sind abendfüllende Ballett-Stücke mit vielen mitwirkenden Künstlern, die allesamt auch nicht die Sonnenseiten des Lebens im Scheinwerferlicht kennen und Stargagen allenfalls vom Hörensagen. „Ich bin froh, dass ich wenigstens mit einer kleine Gage symbolisch die ganzen Probestunden bezahlen kann. Herzblut ist also auch auf Seiten der Ballett-Tänzer/Innen gefragt.“ berichtet sie.

Klassisches Ballett ist schön.

Ricci Tauscher ist Ballett-Tänzerinnen im Essemble. Sie hat den Traum der Primaballerina, den viele Mädchen träumen, längst ausgeträumt. „Es ist eher unwahrscheinlich mal ein richtig gutes Engament zu bekommen. Rosina ist da eine der wenigen Möglichkeiten wenigstens etwas nebenbei zu verdienen. Wenn ich vom Ballett leben müsste, ginge das rein gar nicht.“ Die Mitwirkenden mögen Rosina Pop-Kovács, denn bei der gebürtigen Rumänin stehen klassische Inszenierungen wie der Nussknacker, Coppelia oder Dornröschen im Fokus.

Rosinas Veranstaltungen sind übrigens gut besucht, für die Aufführung Ende Oktober im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck sind nur noch wenige Karten zu bekommen. Allerdings wäre eine Vervielfachung der Auftritte keine Lösung der wackeligen Finanzierung. Rosina Pop-Kovács erklärt warum: „Das Risiko, dass eine Aufführung in einer fremden Stadt floppt, die ich selbst organisiere, ist groß und eine Eventagentur beauftragen die Veranstaltungen zu managen, das sprengt sofort jedes Budget. Also bleibe ich in den Hallen, die ich seit Jahren mit Ballett-Aufführungen beschicke, wie Unterhaching oder Fürstenfeldbruck!“

Weil Ballett ihr Leben ist, macht Rosina weiter und möchte demnächst einen Ort schaffen, der sich deutlich von klassischen Ballettschulen abhebt. Noch sucht sie nach dem passenden Objekt, ist sich aber sicher auch dieses Ziel umsetzen zu können.Karten für den nächsten Auftritt ihres Essembles in Fürstenfeldbruck am 25.10.2015 gibt es unter http://balletclassiquemuenchen.de/

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