Mittwoch, 30.11.2022 01:27 Uhr

Ein mexikanischer Superstar

Verantwortlicher Autor: Felix Pfitscher & Thomas Ulrich Frankfurt/Main, 15.09.2022, 21:09 Uhr
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Frankfurt/Main [ENA] Was macht Berühmtheit aus? Oder anders gefragt: Warum gelten manche Künstler in einigen Teilen der Welt als absoluter Superstar und sind anderswo gänzlich unbekannt? So wie zum Beispiel der mexikanische Singer-Songwriter und Komponist Juan Gabriel (1950–2016)? Er genießt eine immense Popularität in der gesamten spanischsprachigen Welt, die am besten mit den Worten des kolumbianischen Sängers Juanes (La camisa negra)

beschrieben werden kann, der einst sagte: „Juan Gabriel ist unser Elvis.” Auch in den USA genießt Gabriel ein hohes Ansehen und nicht nur unter der zahlenmäßig großen Latino-Gemeinde. Nach seinem Tod (am 28. August 2016) formulierte der damalige US-Präsident Barack Obama in seinem Nachruf: „Er war einer der ganz Großen der lateinamerikanischen Musik, der in seinen Liedern und in den Herzen seiner Fans weiterlebt.“ Und auch auf der britischen Insel scheint Gabriel bekannt genug zu sein, um die Tageszeitung „The Guardian“ anlässlich seines Todes schreiben zu lassen, dass der Ort seiner Beerdigung „Mexikos Graceland“ sein würde.

Doch auf dem europäischen Festland reicht seine Popularität kaum oder gar nicht über Spanien hinaus. Dort verdanken zwei Sängerinnen einige ihrer größten Hits der ungemeinen Schaffenskraft des Mexikaners, der „Así fue“ für Isabel Pantoja und „Amor eterno“ für Rocío Dúrcal schrieb. Das Lied „Amor eterno“ („Ewige Liebe“), das Gabriel wahrscheinlich in Gedenken an seine verstorbene Mutter verfasste, entwickelte sich in Mexiko zum meistgespielten Lied bei Beerdigungen und ist dort ebenfalls das meistgespielte Lied am Muttertag.

Es sorgte auch für allerlei Mythen und Spekulationen, nachdem Rocío Dúrcal es aufgenommen hatte. In einer Passage des Liedes heißt es: „Oscura soledad estoy viviendo. La misma soledad de tu sepulcro. Tú eres el amor del cual yo tengo. El más triste recuerdo de Acapulco.“ („Ich lebe in einer dunklen Einsamkeit. Dieselbe Einsamkeit wie in deinem Grab. Du bist die Liebe, die ich habe. Die traurigste Erinnerung an Acapulco.“). Dies führte bald zu sich hartnäckig haltenden Gerüchten, ein Kind der Sängerin sei bei einem Badeunfall in Acapulco ertrunken.

Doch zu einem persönlichen Schicksal von Rocío Dúrcal hatte das Lied keinen Bezug und die Stadt Acapulco fand wohl deshalb Verwendung im Text, weil sie sich am besten auf „sepulcro“ (Grab) reimt. Ein anderer großer Hit aus seiner Anfangszeit könnte aufgrund drastisch steigender Energiekosten leider schon bald das Schicksal einer zunehmenden Anzahl von Menschen in Deutschland werden. Er schrieb es zu einer Zeit, als er selbst noch in Armut lebte. Es heißt „No tengo dinero“, „Ich habe kein Geld“.

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