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Chris DeBurgh - Enttäuschung in Kempten

Verantwortlicher Autor: Teddy Meyers Kempten, 27.10.2022, 17:34 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 1993x gelesen
Chris DeBurg in Kempten
Chris DeBurg in Kempten  Bild: Teddy Meyers

Kempten [ENA] Als Chris DeBurgh & Band "The Legend Of Robin Hood" war es angekündigt und sollte an den vorgehenden Erfolg "Moonfleet and other Stories" aus den vorangegangenen Jahren anschließen. Eine spektakuläre Bühnenpräsentation des gleichnamigen Albums welches er zusammen mit seiner Band präsentierte.

In der Big Box in Kempten jedoch nun ein anderes Bild. Beim Eintreten in den Saal bemerkte man schon, dass hier etwas nicht stimmen kann. Die Bühne war zwar ausgestattet mit den üblichen Lautsprechern und der Lichtshow, jedoch außer einem Flügel und einer Gitarre sowie einem einzelnen Mikrofon, keinerlei weitere Instrumente die auf die Anwesenheit einer Band hindeuteten.

Punkt 20 Uhr war es dann auch so weit, der Saal verdunkelte sich und Chris DeBurgh erschien auf der Bühne. Wie schon zu erwarten war ganz alleine mit seinem Solo Programm. Stimmlich nicht mehr ganz so der Alte und auch körperlich merkte man ihm seine 74 durchaus an, jedoch startete er das Programm durchaus noch überzeugend und begeisterte den leider nur zu zwei Drittel gefüllten Saal. Am Anfang überzeugte er noch mit einigen seiner bekannten Songs gespielt im Wechsel zwischen Piano und Gitarre, als dann jedoch diverse Playbacks eingespielt wurden, verließen die ersten Gäste bereits den Saal. Bei den Songs aus "Moonfleet" und einiger seiner musikalisch starken Songs fehlte dann eindeutig die Band.

Bei einigen seiner Lieder plagte er sich unnötig an die hohen Töne anstatt wie bei manchen anderen Liedern einfach eine Oktave tiefer zu gehen, was dann für das Publikum eher zu einem Ertragen als zu einem Genießen einiger Musikstücke wurde. Ein paar lustige Erzählungen zwischendurch rundeten das Ganze dann wieder ab. Sein sehr persönliches und wehement zorniges Statement zur Ukraine und Putin war jedoch vollkommen überflüssig und für so eine Veranstaltung unangebracht. Es gab dem Abend dann mitten drin einen leicht fahlen Beigeschmack. Ohne Pause beendete er dann kurz vor 22:00 Uhr das Programm und noch während des letzten Songs brachen schon die ersten Massen aus dem Saal ohne noch zu warten, ob es nicht vielleicht doch noch weiter geht.

Ein kurzer Abgang von der Bühne um dann noch einmal für ein paar weitere Songs als Zugabe vor dem nun fast leeren Saal zu spielen. Er verabschiedete sich nun mit den Worten "Ich werde jetzt etwas essen gehen" und genau das tat er dann wohl auch, denn die eingefleischten Fans warteten vergeblich auf das ein oder andere Autogramm wie es bei früheren Konzerten üblich war.

Beim verlassen der Big Box traf ich auf einige verärgerte Besucher, die alle nicht verstehen konnten warum das mit Band angekündigte Konzert nun kurzfristig zum Solo Programm umgewandelt wurde. Eine Dame einer Vierer Gruppe schimpfte "Ich bin in den Saal gekommen, hab das einzelne Klavier auf der Bühne stehen sehen und der Abend war für mich gelaufen. Da bezahlt man 400 Euro und freut sich auf einen schönen Abend mit Band und dann so etwas. Unverschämtheit so etwas". Ein anderer Herr meinte "auf unseren Karten steht ja sogar Chris DeBurgh & Band drauf, man kann das doch nicht einfach abändern und nichts dazu sagen". - Doch man kann, auf meine Anfrage beim Veranstalter hieß es nur: Wir haben eine Pressemitteilung heraus gegeben, das genügt.

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