Freitag, 02.12.2022 17:21 Uhr

Art Cologne 2022: Erfolgreiche Kunst im Herbst

Verantwortlicher Autor: Karl J. Pfaff Köln, 23.11.2022, 10:58 Uhr
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Köln [ENA] Die ART COLOGNE hat auch in diesem Jahr wieder hervorragend funktioniert. Rund 190 Galerien und Kunsthändler aus 26 Ländern präsentierten fünf Tage lang eine gelungene und durchweg anspruchsvolle Mischung von Kunstwerken. Dies wurde belohnt: Neben zahlreichen Sammler*innen konnten die ausstellenden Galerien Interessenten aus der Museumslandschaft, von Institutionen sowie Kunstberater willkommen heißen.

Die regionale Verankerung der ART COLOGNE im Rheinland, im Großraum Nordrhein-Westfalen und Benelux, ging durch den Herbsttermin voll auf. Hochkarätige Gäste auch aus den USA, Österreich und der Schweiz kamen nach Köln, um sich vom sorgsam kuratierten Angebot an zeitgenössischen Werken, klassischer Moderne und Nachkriegskunst zu überzeugen. Das neue Hallenlayout mit luftigen Plazas, die Platz für großformatige Skulpturen schufen, großzügigen Gängen und einer konsequent umgesetzten Besucherführung überzeugten Aussteller wie Besucherinnen und Besucher gleichermaßen.

Wer den farbigen Bodenstreifen folgte, könne kein Highlight verpassen, hatte ART COLOGNE-Direktor Daniel Hug im Vorfeld angekündigt. Und tatsächlich kam die neue Wegeführung gut an, führte zu mehr Übersichtlichkeit und damit auch zu mehr Ruhe, um die Kunstwerke aufzunehmen. Der Wechsel von Top-Galerien, mittelgroßen Galerien und Newcomern unterstrich die große Vielfalt des Angebots, das zwischen Millionenwerken und günstigen Überraschungen variierte. „Die ART COLOGNE im November hat ihre eigene Strahlkraft. Abgesehen davon, dass sich der Termin in die weltweiten Kunstmessekalender gut einfügt, ist es schön, wieder an die ursprüngliche Novembertradition anknüpfen zu können“, beschreibt Hug den Messeverlauf.

„Der Publikumszuspruch war wirklich gut, vor allem weil so viele hochkarätige Messegäste in Köln waren“, so Hug weiter. Insgesamt kamen rd. 43.000 Messebesucherinnen und Messebesucher in die Messehallen. Groß war das Besucheraufkommen an allen Tagen in der Halle 11.2, wo der Fokus auf zeitgenössischer Kunst lag. Die Galerie Thaddaeus Ropac (Salzburg/Paris/London) gab ein monumentales Gemälde (950.000 Euro) und eine kleinere Arbeit von Alex Katz sowie ein Gemälde von Martha Jungwirt ab. „Wir pflegen auf der ART COLOGNE unsere Kunden im Rheinland“, so Galeriedirektor Arne Ehmann.

Sehr erfolgreich war die Galerie Sprüth Magers (Berlin/London/Los Angeles/New York). Ein Werk von John Baldessari (275.000 US-Dollar) und ein Ölgemälde von Anne Imhoff (120.000 Euro) wurden in europäische Privatsammlungen vermittelt, ebenso eine Tapisserie von Thomas Ruff (100.000 Euro) und drei Gemälde von Andreas Schulze (je 5.500 Euro). Eine Fotografie von Bernd & Hilla Becher (20.000 Euro) ging an einen privaten Sammler in den USA. Eine Zeichnung von George Condo (150.000 US-Dollar) sicherte sich ein Schweizer Sammler.

„Wir haben regelmäßig verkauft und eine tolle Resonanz auf unserem Stand“, berichtete Sabine Schiffer von der Galerie Werner (Köln/Berlin/London/New York), die ihren Stand mit weit über 250 Arbeiten auf Papier von Baselitz, Lüpertz, Penck, Immendorff und anderen Künstlern der Galerie bestückt hatte. Auch bei Galerie Gisela Capitain (Köln) sind die Geschäfte gut gelaufen. Einige der Werke von Wade Guyton, die eigens für die Messe entstanden waren, wurden verkauft (je 15.000 US-Dollar), ebenso wie zwei Arbeiten von Charlene van Heyl (je 27.000 Euro), Monotypien von Laura Owens und Werke von Isabella Ducrot.

„Wir hatten viele unserer Kunden am Stand, konnten aber auch neue gewinnen“, teilte Sascha Welchering von der international agierenden Galerie Max Hetzler (Berlin/Paris/London/Marfa) mit. Die Galerie Daniel Buchholz verkaufte ein großes Ölgemälde von Anne Imhoff (140.000 Euro) und ein Gemälde von Vera Palme. Die Kölnerin Brigitte Schenk hat drei der großformatigen Gemälde von Maria Zerres (je 120.000 Euro) verkauft, an der historischen Video-Installation von Klaus vom Bruch bekundeten gleich mehrere Museen Interesse. Auch die 3D-Computergrafik-Installation „Penumbra“ von Dennis Del Favero, die Betrachter in kinoreife Waldbrandszenen versetzt, wurde von Institutionen beachtet.

„Alle Sammler sind da, auch die Benelux-Länder sind vertreten“, berichtete Lukas Minssen von der Galerie Utermann (Dortmund). „Sehr gut“ war der Messe-Start des Galeristen, der zahlreiche Skulpturen und Zeichnungen von Norbert Kricke und Papierobjekte von Angela Glajcar verkaufte. „Hier herrscht eine positive Grundstimmung, wir sind sehr optimistisch“, so Minssen. „Sehr zufrieden“ war Marvin Ackermann von der Köln-Düsseldorfer Galerie Benden & Ackermann. „Wir hatten eine gute Eröffnung mit deutlich mehr internationalen Besuchern als im vergangenen Jahr. Die Stimmung auf der Messe ist sehr positiv, wir stellen fest, dass sich viele Leute in der aktuellen Situation das Leben mit Kunst verschönern wollen“.

Über einen guten Messeverlauf freut sich auch Quentin Grosjean von der belgischen Galerie QG Gallery, die einen gemeinsamen Stand mit der ebenfalls belgischen Galerie Edouard Simoens belegte. Mehrere Werke konnten verkauft werden, darunter ein Gemälde von Georg Baselitz für rd. 100.000 Euro, ein Werk von Andy Warhol für ca. 150.000 Euro und ein Günther Förg (50.000 Euro). Die Galerie East aus Straßburg fand einen Käufer für eine Tapisserie von Roy Lichtenstein für 120.000 Euro. „Für uns war die Teilnahme eine gute Erfahrung, wir haben viele interessante Leute getroffen“, berichtete Galerist Steven Riff. (P.S.)

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