Montag, 19.04.2021 08:47 Uhr

Gefährlicher Virus gegen Meinungsfreiheit

Verantwortlicher Autor: Stephan Zurfluh Zürich, 22.02.2021, 21:23 Uhr
Kommentar: +++ Internet und Technik +++ Bericht 4423x gelesen

Zürich [ENA] Journalisten müssen von etwas leben. Ein Verlag muss marktwirtschaftlichen Gesetzen gehorchen. Internet muss gratis sein. All das mag stimmen, doch wie sieht die Realität aus? Verlagen führen immer mehr Bezahlschranken ein, nach meiner Meinung ein Virus gegen die Meinungsfreiheit. Wenn der Leser Quellen prüfen möchte, so kostet das. Damit wird die Meinungsbildung erschwert.

Autoren brauchen Geld und am Ende sollten die Leser dafür zahlen. Doch Journalisten leben erst mal davon, dass ihre Beiträge gelesen werden. Aus den gesellschaftlichen Leben schöpft der Journalist seine Quellen. Er braucht Interviewpartner, muss sich ein Bild machen und am Ende soll es doch gelesen werden. Der Verleger honoriert die Arbeit seiner Journalisten. Der Markt zwingt zu Effizienz. Seine Mitarbeiter bedienen sich öffentlicher Quelle. Diese entspringen aus ehrenamtlicher Arbeit, wo Menschen sich journalistisch betätigen und Fragen stellen. Das gibt es gratis, das soll so bleiben. 

Die Medien wollen verdienen. Auf ihren öffentlichen Seiten führen sie Bezahlschranken ein. Ein Artikel kann nur mit einem Abo gelesen werden. Das sorgt für eine Filterung der Informationen. Denn der Leser kann sich nur wenige Abos leisten.  Internet soll gratis, bei Medien sollen wir zahlen. Dennoch Internet muss eine Quelle des Wissens und der Information sein. Die Konzerne, wie Facebook, Google, Microsoft, Xing, Twitter, etc. hoch besteuert und von den Benutzern genossenschaftlich kontrolliert. Denn die Leistung der Konzern ist ein Parasitentum. Sie bieten eigentlich nur Digitalspeicher und verdienen sich mit Werbung eine goldene Nase. 

Die Benutzer bringen die Inhalte, vernetzen sich und machen sich abhängig. Der Plattformbetreiber kann sie jederzeit sperren. Es gibt keine demokratischen Instanzen, sondern vielmehr eine Datendiktatur. Wenn nun mit Bezahlschranken das Internet sanktioniert wird, so werden es sich Autoren zweimal überlegen, einen Artikel zu verlinken. Wenn ich als Reisejournalist "ehrenamtlich" arbeite, warum den Link zu einer grossen Zeitung einbauen, die den Leser zwingen zu zahlen? Das Internet das sind die Menschen, die es füllen. Bezahlschranken sind ein Virus der Meinungsfreiheit. Meinungsbildung wird so zu einer finanziellen Frage. Letztendlich zerstört das die Demokratie.

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