Mittwoch, 18.10.2017 17:03 Uhr

Hitzeschlacht in Barcelona

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Barcelona / Spanien, 14.06.2017, 16:40 Uhr
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Barcelona / Spanien [ENA] Nachdem es in Italien 3 italienische Siege in der MotoGP gab, hofften die Spanier beim Großen Preis von Catalunya, nahe Barcelona, auf ihren Heimvorteil. Doch alle Fahrer hatten eine kleine Hürde zu überspringen. Nachdem es am Freitag einige gefährliche Stürze auf der neu geschaffenen Schikane gab, wurde über Nacht wieder umgebaut und die alte Streckenvariante gefahren. Das bedeutete, alle Zeiten vom Vortag umsonst.

Als am Rennsonntag die Klasse Moto3 in der Startaufstellung stand, zeigte das Thermometer schon 32 Grad an. Ähnlich wie in Misano, gibt es auch in Barcelona eine sehr lange Start / Zielgerade. Somit rechnete man auch hier mit Windschattenschlachten einer großen Gruppe. Der Deutsche Philipp Öttl hatte die Qualifikation wieder einmal versemmelt und stand nur auf Startplatz 15. Es hatte wegen Bummelei auch wieder einige Strafen gegeben. In Startreihe 1 standen die Spanier Jorge Martin und Juanfran Guevara sowie der Italiener Romano Fenati. Öttl hatte sich viel vorgenommen, musste aber nach dem Start einen großen Bogen fahren. Das bedeutete nach Runde 1 Platz 29.

Auch Jorge Martin, der auf 1 stand, hatte einen miserablen Start. Doch er konnte sich in einer Spitzengruppe mit Fenati, Mir, Canet, DiGiannantonio und Bastianini halten, die sich nach 5 Runden gebildet hatte. In der Verfolgergruppe kommt es zum Sturz von Rodrigo. Vorher war schon Perez durch einen Sturz ausgeschieden. Zur Halbzeit des Rennens, nach 11 Runden, hatten auch Ramirez und Suzuki die Spitzengruppe erreicht. Zwei Sekunden dahinter ein Trio mit Migno, Bulega und McPhee. Philipp Öttl hatte sich inzwischen von Platz 29 auf Platz 15 vorgefahren. Auch die beiden Sky Piloten schaffen kurz vor Rennende den Anschluss. Doch sie können keine Akzente mehr setzen.

In der vorletzten Runde nehmen sich Darryn Binder und Jules Danilo durch Stürze noch selbst aus dem Rennen. Martin vor Fenati, so geht es in die letzte Runde. Doch auf der Zielgeraden setzt sich Joan Mir durch. Fenati wird Zweiter vor Martin, Bastianini und Canet. Durch den Sieg baut Mir die Führung in der Gesamtwertung auf 45 Punkte Vorsprung auf Fenati aus. Er hat damit klar die Favoritenrolle übernommen. Marcos Ramirez wird Sechster vor DiGiannantonio, Migno, Bulega und Suzuki. Philipp Öttl ist ab Mitte des Rennens die selben Zeiten wie die Spitze gefahren, landete aber wegen des verpatzten Starts am Ende nur auf Platz 13.

Am Morgen sorgte Marcel Schrötter beim WarmUp für positive Stimmung bei seinem Dynavolt Intact Team. Der Bayer war die zweitbeste Zeit hinter Alex Marquez gefahren. In der Qualifikation hatten sich Marquez, Pasini und Baldassarri in Reihe 1 der Startaufstellung gefahren. Auf P 12 stand Sandro Cortese auf 15 Marcel Schrötter. Alle Fahrer hatten das gleiche Problem, der Asphalt auf der Strecke ist sehr alt und bietet kaum noch Haftung. Marquez startete furios und hatte nach der ersten Runde schon einen Vorsprung herausgefahren. Der Japaner Nagashima war schon kurz nach dem Start von der Strecke geflogen.

Nach 5 Runden hatte Marquez seinen Vorsprung auf über 3 Sekunden ausgebaut. In der Verfolgergruppe Pasini, Morbidelli, Oliveira und Lüthi. Leider war Sandro Cortese weit auf Platz 21 zurückgefallen. Marcel Schrötter war nach schlechtem Start auf dem Vormarsch. Nach 12 der 23 Runden verwaltete Marquez an der Spitze seinen Vorsprung. Eine Verfolgergruppe gab es nicht mehr. Denn Pasini fuhr ebenso allein auf Platz 2, wie Lüthi auf Platz 3. Erst dahinter eine Gruppe mit Morbidelli, Baldassarri, Oliveira und Navarro. Leider fehlte Sandro Cortese, er war kurz zuvor gestürzt. Dagegen war Schrötter schon auf Platz 12 vorgefahren. Drei Runden vor Rennende lag die Spannung im Kampf um Platz 8. Denn hier kämpften 6 Fahrer um diese Position.

In dieser Gruppe war auch Marcel Schrötter. Doch in der letzten Runde flog der Deutsche auf Platz 9 liegend von der Strecke. Vorn fuhr Alex Marquez einen lupenreinen Start/Ziel Sieg ein. Mattia Pasini wurde vor Lüthi Zweiter. Morbidelli wurde hinter Oliveira und Baldassarri nur Sechster, behält aber mit 7 Punkten Vorsprung auf Lüthi die Führung in der Gesamtwertung. Navarro fährt auf Platz 7 über die Linie. Den heißen Kampf um Platz 8 entscheidet Quartararo vor Vierge und Syahrin für sich. Für die deutschen Piloten rückt der Heimvorteil immer näher. Denn schon in 3 Wochen geht es auf den Sachsenring.

Für Anerkennung und staunen sorgte in der Klasse MotoGP ein weiterer deutscher Fahrer. Jonas Folger hatte am Vormittag im WarmUp nicht nur die Bestzeit hingelegt, sondern auch eine halbe Sekunde Vorsprung auf den Zweitbesten. Schon in der Qualifikation am Samstag hatte sich Folger im Q2 als Bester für das Q1 qualifiziert. Er stand in Startreihe 3, direkt zwischen WM Leader Maverick Vinales und dem Sieger des letzten Rennens Andrea Dovizioso. In Startreihe 1 Dani Pedrosa, Jorge Lorenzo und Danilo Petrucci. In der Anfangsphase des Rennens sorgte vor allem Jorge Lorenzo an der Spitze für schnelle Rundenzeiten. Bei 33 Grad Luft und über 50 Grad auf dem Asphalt stand die Haltbarkeit der Reifen im Vordergrund.

Denn die Reifen mussten 25 Runden überstehen. Nach 5 Runden war ein Quintett an der Spitze, zu dem neben Lorenzo, Pedrosa, Marquez und Dovizioso auch Jonas Folger gehörte. Eine Runde später wurde Lorenzo von Marc Marquez an der Spitze abgelöst. In den nächsten Runden fiel Lorenzo bis auf Platz 8 zurück. Auch zur Halbzeit des Rennens waren die 4 an der Spitze noch innerhalb einer Sekunde. Damit hatte Folger die Möglichkeit auf das Podest zu fahren. Doch dann begannen auch bei ihm die Reifen deutlich abzubauen. Inzwischen übernahm Dovizioso die Führung und setzte sich langsam ab. Folger fiel zurück und wurde 5 Runden vor Rennende von Petrucci überholt. Auch Lorenzo und Zarco kamen immer näher.

In der vorletzten Runde flog Petrucci ins Kiesbett. Lorenzo und Zarco waren an Folger vorbei. Nach seinem Sieg von Misano sicherte sich Dovizioso auch in Spanien den Sieg und verhinderte damit einen spanischen Erfolg in allen Klassen. Marquez wurde Zweiter vor seinem Teamkollegen Pedrosa. Platz 4 ging an Lorenzo, der sich knapp vor Zarco und Folger behaupten konnte. Ein Erfolg für das Yamaha Kundenteam, denn die Werkpiloten Rossi und Vinales fuhren nur auf den Plätzen 8 und 10 über die Linie. Bautista landete auf Platz 7, Barbera auf 9. Jonas Folger ist auch Botschafter des Sachsenring, wo das Fahrerfeld vom 29. Juni bis 2. Juli gastiert.

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