Freitag, 18.05.2012 11:03 Uhr

Faszinierender historischer Rennsport am Nürburgring

Verfasser: Markus Faber Nürburgring, 30.08.2010, 16:28 Uhr
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Nürburgring [ENA] Die traditionsreiche Oldtimer-Rennveranstaltung am Nürburgring, der AvD Oldtimer-Grand-Prix fand zum 38. Mal am Wochenende 13.-15. August 2010 in der Eifel statt. Bei typisch wechselhaftem Eifelwetter konnten die Zuschauer über 600 Teilnehmer mit ihren historischen Fahrzeugen bewundern und eine Zeitreise in die Geschichte des Motorsports unternehmen. Es ist in Europa die größte Oldtimer Veranstaltung.

Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix erfuhr am Wochenende 13.-15- August 2010 seine 38. Auflage. Wie schon in den Jahren zuvor, ist dies ein Szenetreff für den historischen Rennsport präsentiert in einer Umgebung für die sie einst geschaffen worden sind: Der Rennsport. Klassische Rennwagen und klassisches Racing auf einer der schönsten Rennstrecken der Welt, selbst ein Synonym für besten historischen Motorsport, der Nürburgring. Insgesamt über 600 Teilnehmern präsentieren einzigartige Fahrzeuge aus acht Jahrzehnten und verwandelte den Nürburgring in ein rollendes Freilichtmuseum.

Eines der Höhepunkte war das Rennen der zweisitzigen Rennwagen und GT-Fahrzeuge bis 1960/61, in den berühmte Sportwagen namhafter Hersteller wie Aston Martin, Ferrari, Jaguar, Maserati, Mercedes oder Porsche zu sehen waren. Die dominierende Marke der Sportwagen-WM hieß zunächst Ferrari. Sieben Mal holte sich die Scuderia zwischen 1953 und 1961 den Titel, zwei mal die Vize-Meisterschaft. Der legendäre Ferrari 250 Testa Rossa spielte damals eine entscheidende Rolle. Die TR-Versionen wurden fortan für die damals gültige Hubraumgrenze von drei Litern entwickelt. Den markanten Namenszusatz verdankt der bildschöne Rennsport-Spider übrigens den rot lackierten Ventildeckeln. Denn übersetzt heiß Testa Rossa soviel wie „roter Kopf“.

Maserati erlangte ebenfalls im Motorsport internationale Erfolge und so kehren Raritäten wie der Maserati „Birdcage“ und Veritas nach langer zeit wieder an den Ring zurück. Anfang der 60er Jahre gewann der Maserati „Birdcage“ (Tipo 61) das 1000-km-Rennen gleich zwei Mal. Er erhielt seinen Namen aufgrund seines ungewöhnlichen Gitterohrrahmens mit dem Stirling Moss und Dan Gurney 1960 bei dem legendären Langstreckenrennen auf dem Nürburgring triumphierte. Ein Jahr später konnte Maserati den Erfolg wiederholen und eines von lediglich noch 22 Exemplaren des Siegerfahrzeuges durfte am Wochenende bewundert werden.

Ebenso legendär und bewundernswert war der Veritas RS, der aus einer heute nahezu vergessenen Werkstatt ehemaliger BMW-Mitarbeiter. Drei dieser seltenen Stücke aus den Baujahren 1948 und 1949 wurde beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix präsentiert. Die Vermot AG in Glesdorf stellt einen Veritas RS III 30 in aufwendiger Handarbeit her, somit kehrt eine Legende in die Neuzeit zurück. Die CanAm-Serie war eine Erfolgsserie in den 70er Jahren im Rennsport. Ein Renner aus jener Zeit ziert auch das Plakat des diesjährigen Oldtimer-Grand-Prix. Ein McLaren M8C mit einem satten Sound des 8,8 Liter Achtzylindermotors und der typischen Werksfarbe von McLaren, orange. In dieser Rennserie damals wurden Spitzengeschwindigkeiten von 350km/h erreicht.

Der Urvater aller Porsche, der Typ 64 des Jahres 1939 wird auch „Berlin-Rom-Wagen“ genannt, weil Porsche ihn eigens für diese im September 1939 geplante Fernfahrt entwarf. Dieses Rennen fand wegen des Kriegsbeginns nie statt, dieser Porsche Typ 64 aber überlebte als eines von drei Exemplaren die nächsten 70 Jahre wie durch ein Wunder. Heute gilt der aerodynamische Heckmotor-Boxer als Urvater aller Porsche, trotz seiner nur 40 PS. Dadurch wurde aber ein Bogen gespannt zu den zahlreichen Porsche 356 und 911, sowie auch die legendären Porsche 908/3 von Hans Herrmann, den 917 von Willi Kauhsen und den 917/10 von Jo Siffert.

Piloten wie Jacky Ickx, Clay Regazzoni und Niki Lauda bestimmten zwischen 1966 und 1985 das Formel-1 Geschehen. Die „Grand Prix Masters“ mit Fahrzeugen wie dem McLaren M23/4 oder einem Brabham BT24 zeugen heute noch von diesen Ereignissen. Lauda schraubte in der „Grünen Hölle“ die Pole-Zeit bis auf unter sieben Minuten herunter. Auch aus der Fangio Ära den „Historic Grand-Prix-Cars“ waren zahlreichen Boliden vertreten. Die damals traditionellen Hersteller wie Ferrari, Maserati, Alfa Romeo aus Italien aber auch Cooper und Lotus aus England sind unvergessen. Alberto Ascari (Ferrari) oder Juan Manuel Fangio (Maserati, Alfa Romeo, Mercedes, Ferrari) waren die Helden jener Zeit.

Die Fahrzeuge der automobilen Königsklasse sind bei weitem nicht die einzigen, die beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zur Reise durch die Jahrzehnte einluden. So sind gerade auch die Einsatzgeräte der ehemaligen Nachwuchsklassen bei den Zuschauern beliebt: In der FIA Lurani-Trophy tummelten sich zwischen 1958 und 1963 spätere Weltklassepiloten wie Jim Clark oder Jochen Rindt. In die ganz frühen Jahre der Rennhistorie auf dem Nürburgring entführt die Klasse „Pre War“, also die Vorkriegsfahrzeuge, die sich im Rahmen einer Leistungsprüfung und für ein Rennen auf die Grand-Prix-Strecke begeben. Historische Sportwagen, Tourenwagen und GT-Fahrzeuge sowie Präsentationen historischer Fahrzeuge und ein Lauf zur MINI-Challenge rundeten das Programm ab.

Sportwagenfans kamen gleich mehrfach auf ihre Kosten. Bei den World Sportscar Masters waren Sportprototypen zu sehen, wie sie etwa bei den 24 Stunden von Le Mans Mitte der 60er bis 70er Jahre liefen. Als südlicher Leckerbissen wartet der Italian Historic Car Cup auf die Zuschauer, der an die großen Zeiten der Sportwagen, Sportprototypen und GT`s aus italienischer Fertigung erinnerte. Es wurde ein Revival der Klassiker von Abarth, Alfa Romeo, Ferrari, Lancia, Maserati und OSCA. Auch die beliebten Rennen der GT-Fahrzeuge bis 1965 sowie das Revival Deutsche Rennsportmeisterschaft mit spektakulären DRM-Fahrzeugen bis 1981 waren auch in diesem Jahr vertreten.

Am Rande der Strecke war auch die Motorsportprominenz vertreten, Jaguar feierte das 75jährige Markenjubiläum mit Eddy Irvine mit seinem Formel-1 R3.Eines der ersten Modelle –ein SS100 sowie der Kurvenstar der 50er Jahre, der XK 120 waren zu sehen. Die Schauspieler Heino Ferch und Marie Bäumer feierten ebenfalls mit Jaguar.

Grand-Prix-Masters
DRM-Revival
Duell Schikane
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